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Wege ins Musikbusiness als Nicht-Musiker: Welche Berufsmöglichkeiten gibt es?

Tipps für Musiker und Bands von Axel Winkler
veröffentlicht am 20.07.2015

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Wege ins Musikbusiness als Nicht-Musiker: Welche Berufsmöglichkeiten gibt es?

Berufsmoeglichkeiten in der Musikwelt. © Axel Winkler

Das Musikbusiness bietet diverse Jobmöglichkeiten – zum Beispiel als Promoter, Musikjournalist oder Eventmanager. Doch die Orientierung ist besonders für junge Menschen oder gescheiterte Musiker anfangs gar nicht so leicht.

Als Schulabgänger überrascht man niemanden mit der eigenen Erkenntnis, dass man sich job-technisch erstmal in Ruhe orientieren will. Doch auch dieser Fall kommt gar nicht so selten vor: Irgendwann in der persönlichen MusikerInnen-Karriere muss man sich zugestehen, dass es mit einer Karriere auf der Bühne, am Instrument oder mit der Stimme nicht klappen wird.

Glücklicherweise gibt es eine große Fülle an Berufen, welche sich um Musik, Künstler und das kreative ebenso wie das organisatorische Drumherum drehen. Aber manchmal hat der Weg dorthin auf den ersten Blick so wenig mit Musik und den Musik-Schaffenden zu tun, dass man es gar nicht als persönliche Option erkennt. Vielleicht hilft euch dann dieser kleine Einstieg in die Berufsmöglichkeiten innerhalb der Musikwelt.

Wo fange ich an?

Zuerst einmal ist es wichtig, sich seine wahren Interesse vor Augen zu führen und auch einmal schriftlich festzuhalten, wo man seine eigenen Stärken besitzt. Danach geht es weiter mit der Feststellung der handwerklichen und schulischen Vorbildung. Im Anschluss schaut man sich nach dem aufbauenden Studium, einer Ausbildung oder dem Quereinstieg in einen Musik-Job um.

In der Regel muss man gewisse Grundvoraussetzung mitbringen, die unabdingbar für eine zu gelingende Tätigkeit hat. Informiert euch im Vorfeld über die unterschiedlichen Möglichkeiten, die zu eurem gewünschten Beruf führen: Brauche ich dafür eine Ausbildung, das Abitur oder reicht praktische Berufserfahrung?

Immer im Hinterkopf behalten: Viele Wege führen nach Rom, so auch in der Musikwelt. Augen immer offen halten: Ab und an bieten relevante Unternehmen wie Hersteller, Vertriebe, Labels und Co. auf ihrer Job-Seite im Internet direkt Ausbildungsmöglichkeiten an – meist in Form einer klassischen Ausbildung oder eines BA-Studiums. Mit etwas Glück werdet ihr nach erfolgreichem Abschluss übernommen.

Journalismus und Public Relations

Falls einem das Schreiben und der Umgang mit Wörtern liegt, kann es ein sinnvoller Weg sein, sich in Richtung des Journalismus auszubilden.

Musikmagazine, Labels, Bands, Equipment- und Instrumentenbauer suchen nach ausgebildeten Fachkräften, die ihnen die Arbeit für Pressetexte und ähnliche Aufgaben abnehmen, denn diese sind nicht immer leicht zu produzieren, brauchen Hand und Fuß und bedürfen nicht zuletzt eines gewissen handwerklichen Geschicks. Im Bereich Journalismus lockt seit jeher der Ausblick auf das Erstellen spannender Reportagen, Stories mit Künstlern, Portraits von Branchenköpfen und vergleichbares mehr.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Social Media wird nicht in allen Fällen von den Musikern selbst übernommen. Dahinter sitzen oft ausgebildete Köpfe, die wissen, wie ein Content-Management betrieben wird und in welchem Jargon man mit unterschiedlichen Zielgruppen sprechen muss. Verbunden ist das Ganze auch mit technischeren Aufgaben wie Filmbeiträgen, das heißt, ihr könntet auch der- oder diejenige hinter der Kamera oder im Schnittraum sein, der Interviews und andere Beiträge produziert.

Wie gelangt man an solche Jobs? Von Ausbildung bis Studium hab ihr viele Möglichkeiten in dieses Feld einzusteigen. Im Bereich der Kommunikationswissenschaften, Medienkonzeption, Journalismus und Business Management stehen euch von Seiten des Studiums Tür und Tor offen. Oder wie wäre es mit einem Direkteinstig in einer Redaktion? Als Volontär/in könnt ihr euch in der Regel in zwei Jahren zum/zur Redakteur/in ausbilden lassen. Kombiniert wird dies mit einer schulischen und praktischen Ausbildung.

Tontechnik

Den Rhythmus haben auch jene Menschen im Blut, die ein Album, eine EP, Radio-Jingles oder Hörspiele im Studio aufnehmen. Studioproduzenten und Tontechniker braucht das Land!

Wer sich praktisch ausbilden möchte kann unter anderem auf die SAE-Institute zurückgreifen oder auf ein Medienstudium im audio-visuellen Bereich. Eigentlich schon Standard ist die digitale Arbeitsweise, die vielerorts befürwortet und gelehrt wird. Wenn ihr da schon Vorwissen mitbringt ist das nur ein Plus.

Durch diverse Fernstudien könnt ihr euch auch lässig Zuhause mit dem nötigen Equipment vieles selbst aneignen. Der Vorteil einer Institution ist aber das bereits vorhandene Equipment und die Technik. Eingearbeitet zu werden an professionellem Equipment ist durchaus eine wichtige Sache, wenn ihr später zum Beispiel ein eigenes Tonstudio aufmachen wollt.

Doch als Tontechniker sitzt man schließlich nicht gezwungen im Studio. Auch live benötigt man den Soundmenschen im Front of House, um den Publikum live einen angemessenen Sound um die Ohren zu hauen. Wenn euch das alles nichts zusagt, könnt ihr auch bei Filmproduktionen als Soundingenieur oder Musikdesigner mitverantwortlich sein, dass die Geräuschkulisse für das Bewegtbild passt und die Immersion einer filmischen Geschichte noch intensiver wird. Der Welt der Sound-Schrauber bietet mehr, als man zunächst annimmt.

Visuelle Gestaltung

Wer zeichnet Alben-Cover? Woher kommen die Pressefotos? Wie kommen Musikvideos an das Tageslicht? Alles Menschen, die sich als Illustratoren, Grafiker, Fotografen, Filmer und Konzepter ausbilden lassen und das Auge für das Wesentliche haben.

Pille-Palle? Von wegen! Der Herr oder die Dame hinter dem Fotoapparat hat schließlich nicht nur auf den Knopf zu drücken, sondern muss auch Ahnung von Bildkomposition, Licht, Farbe und rhetorischen Mitteln haben, um das Endprodukt auch wirklich gut werden zu lassen. So etwas erlernt man in Ausbildung, Studium und persönlichen Eigeninteresse im Privatleben. Am besten ist die Kombination aus allem zusammen.

Auch Websites sowie Bühnen-Requisiten müssen eine optische Gestaltung bekommen. Und wenn ihr euch für filmische Umsetzungen interessiert, sei es eine Festival-Dokumentation, Rundgang in einem Produktionswerk für Schlagzeugkessel und Ähnliches, dann werdet ihr als Cutter, Filmer, Regisseur und Film-Redakteur eine Menge Spaß haben. Speziell auch in diesem Bereich gibt es Hochschule und Universitäten, die euch spezielle Programme in diesem Bereich anbieten, damit ihr später in der Berufswelt gut vorbereitet seid.

„Und worauf spielen wir eigentlich?“

Da muss es doch irgendwen geben, der auch das ganze Equipment herstellt. Klar, das sind die Instrumentenbauer und das fachlich ausgebildete Personal, welches oft durch einen Quereinstieg in einen solchen Job hinein rutscht.

Wer sich aber primär näher mit dem Bau der Gitarren, Schlagzeuge, Trompeten und Violinen beschäftigen möchte, kann sich in Mittenwald an einer staatlichen Instrumentenbauerschule ausbilden lassen. Danach steigt man mit einem eigenen Betrieb ins Geschäft ein oder arbeitet für ein großes Unternehmen.

Nicht nur die Klangerzeuger, sondern auch das Equipment muss gefertigt werden: Ständer, Mikrofone, Lichtinstallationen, Boxen, Mischpulte, Studioequipment und so weiter und so fort. Da sind die Ausbildungsvarianten noch abwechslungsreicher: Elektroniker, Feinwerkmechaniker, Zimmermann, Holzmechaniker, Qualitätssicherer, Werkstoffprüfer… und das ist nur eine kleine Auswahl an Berufen, die in diesem Sektor benötigt werden.

In diesen Fällen ist es sehr sinnvoll, eine Ausbildung anzutreten, da hier sehr viel handwerklich gearbeitet wird – schließlich werden mit Materialen wie Holz, Metall und Kunststoff die unzähligen Anforderungen von Musikern, Roadies, Festivalveranstaltern und Co. befriedigt! Wer das Ganze lieber plant, findet vielleicht in Richtung Produktdesign seinen Weg…

Organisation kommt nicht von alleine

Immer gefragt sind Menschen, denen es liegt, alles in die richtigen Wege zu leiten. Denn die Organisation und das Ordnen von Abläufen hat wohl in jeden Betrieb eine hohe Priorität. Wer es aufreibend haben möchte, kann sich im Eventmanagement umschauen, ob einem nicht das Koordinieren von Konzerten, Touren oder Festivals im Blut liegt.

Oft belächelt, aber dennoch absolut wichtig für Live-Veranstaltungen: Die Security. Ohne ein paar starke Hände und eine Truppe von ausgebildeten Sicherheitskräften, würde bei jeder Veranstaltung ein wichtiger Teil des Ganzen fehlen. Ob es nun eine unabhängige Firma ist, die Sicherheitskräfte sucht oder die Polizei: Solche Jobs sind immer zu vergeben.

Euer Feedback

Es gibt viele Musikberufe und eine Vielzahl an möglichen Karrieren. Welche fallen euch noch ein? Was wäre dein persönlicher Traumberuf? Hast du Fragen zu einem bestimmten Berufsbild, die wir aufgreifen sollen? Schreibt uns in die Kommentarsektion, welche Informationen zum Thema "Berufe in der Musikwelt" euch noch interessieren.

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