Ordentlicher Schlagabtausch
GEMA weist Kritik der Musikhochschulen an Reform der Kulturförderung zurück
Georg Oeller, Vorstandsmitglied der GEMA. © Sebastian Linder
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Georg Oeller weist darin den zentralen Vorwurf zurück, die Reform würde die musikalische Vielfalt gefährden oder Komponist:innen der Ernsten Musik strukturell benachteiligen.
Vielmehr argumentiert Georg Oeller, dass das bestehende System zu spezifisch sei, weil es die Förderung stark auf eine einzelne musikalische Richtung konzentriere.
Laut Oeller ist das Ziel der Reform, die Kulturförderung in Zukunft für alle Genres zu öffnen. Damit soll verhindert werden, dass bestimmte Stilrichtungen systematisch bevorzugt werden.
Mehr Geld für den Nachwuchs
Auch den Vorwurf einer unzureichenden Nachwuchsförderung weist die Georg Oeller zurück. Nach Angaben der GEMA fließen im derzeitigen System mehr als zwei Drittel der Fördermittel im Bereich der E-Musik an Personen über 60 Jahre oder deren Rechtsnachfolger. Auf diesen Umstand hatten auch wir bereits hingewiesen.
Der neue Reformantrag sehe eine gezieltere Förderung für jüngere Komponistinnen und Komponisten vor und stärke den Nachwuchs deutlich besser als das bisherige System.
Wird die RKM ihrem Bildungsauftrag gerecht?
Zugleich äußert die Oeller Kritik an der Argumentation der Musikhochschulen. Diese hätten sich selbst in ihren Studienprogrammen zur Förderung musikalischer Vielfalt verpflichtet. Vor diesem Hintergrund sei es aus Sicht der GEMA überraschend, dass die Rektoren sich gegen eine offene Ausrichtung der Kulturförderung stellen.
Georg Oeller lädt die Musikhochschulen in dem Schreiben dazu ein, ihre Position noch einmal zu überdenken und "sich der Neuausrichtung der kulturellen Förderung der GEMA entlang auch ihrer eigenen Maßstäbe öffnen". Dafür stehe die GEMA als Gesprächspartner zur Verfügung.
Über die Neuausrichtung der Kulturförderung soll die Mitgliederversammlung der GEMA im Mai 2026 entscheiden.
Ähnliche Themen
Nach langem Ringen
GEMA-Mitgliederversammlung beschließt Reform der Kulturförderung
veröffentlicht am 07.05.2026
Reformvorhaben mit umfassenden Auswirkungen
GEMA vor Richtungsentscheidung: Reform der Kulturförderung könnte viel Geld für die U-Musik bereitstellen
veröffentlicht am 30.04.2026 3
Aufhebung von "E" und "U"
Reform der GEMA-Kulturförderung: Composers Club begrüßt Pläne
veröffentlicht am 23.04.2026
Zwischen Boom und Umbruch
GEMA Geschäftsbericht 2025: Rekordjahr trotz wachsender Herausforderungen
veröffentlicht am 31.03.2026
Verteidiger der E-Musik
Musikhochschulen äußern scharfe Kritik an Plänen zur Reform der GEMA‑Kulturförderung
veröffentlicht am 04.03.2026