Fragwürdige Angebote
Radiohead Tickets werden auf dem Zweitmarkt zu Höchstpreisen angeboten
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Radiohead. © XL Recordings
Noch bevor der offizielle Verkauf am 12. September begann, waren auf der Ticketzweitplattform Ticombo mehr als 1750 Tickets für Preise zwischen 1500 und 4000 Euro gelistet.
Die Face Value European Alliance for Ticketing (FEAT) warnt vor betrügersichen Angeboten von Tickets für Radiohead-Konzerte. "Die Tickets existieren größtenteils überhaupt nicht", betont auch die Managerin der Band, Julie Calland.
Überteuerte Tickets überall
Das Problem ist nicht auf Ticombo beschränkt. Auf Viagogo werden aktuell hunderte Karten zwischen 300 und 1.500 Euro angeboten. Bei Ticketbande wurde ein Oberrangplatz, der ursprünglich 112,35 Euro kostete, für 537 Euro angeboten. Ein Sitzplatz der Kategorie 1 im Block 208 lag sogar bei 1329 Euro, statt des regulären Preises von 143 Euro. Das sind nur einzelne Beispiele aus einer Vielzahl überteuerter Angebote.
Außerdem können Käufer und Käuferinnen auch bei Plattformen wie Viagogo oder Ticketbande nicht sicher sein, ob die angebotenen Tickets überhaupt existieren. Durch die Personalisierung ist zudem unklar, ob Käufer solcher Karten am Ende wirklich Einlass zu den Konzerten erhalten.
Warnungen im Kleingedruckten
Viagogo teilt diesen Umstand auch in kleiner Schrift auf der Website mit. Dort heißt es:
"Der Weiterverkauf von Tickets für diese Veranstaltung ist untersagt. Die Ausweise aller Veranstaltungsteilnehmer werden kontrolliert, um sicherzustellen, dass sie mit den Namen auf ihren persönlichen Tickets übereinstimmen. Bitte beachten Sie, dass Ihr Ticket möglicherweise nicht zum Zutritt zur Veranstaltung berechtigt. Sollten Sie keinen Zutritt erhalten, sind Sie von unserer Garantie abgedeckt. Das ist unser Versprechen an Sie."
Bei Ticketbande ist ähnliches zu lesen:
"Bitte beachten Sie, dass der Veranstalter bei Verstößen gegen seine AGB, insbesondere bei personalisierten Tickets und deren Erwerb außerhalb veranstalterseitig autorisierter Bezugsquellen, den Einlass verweigern kann."
Nur politische Maßnahmen können helfen
Radiohead kündigten an, gemeinsam mit FanFair Alliance und FEAT gegen rechtswidrige Angebote vorgehen. Ihrer Managerin Julie Calland sind aber die Schwierigekeiten bewusst:
"Radiohead haben immer versucht, ihr Publikum vor ausbeuterischen Ticketverkäufern zu schützen, was ohne klare gesetzliche Regelungen zunehmend schwierig wird."
Sam Shemtob, Direktor von FEAT sieht ebenfalls die Politik in der Pflicht:
"Trotz der guten Absichten der EU ist der Ticket-Schwarzhandel in ganz Europa nach wie vor weit verbreitet. Die im Digital Services Act eingeführten Maßnahmen scheitern nicht nur beim Ticket-Wiederverkauf, sondern die Verpflichtung, illegale Angebote gewissenhaft zu melden – was sich bislang als sinnlos erwiesen hat –, kostet Zeit, die Veranstalter von Live-Events sich kaum leisten können. Die EU muss den Ticket-Wiederverkauf endlich ernst nehmen, wenn sie ihren Status als weltweit führende Kraft im Verbraucherschutz bewahren will."
Mehr zum Ticketzweitmarkt und seinen Problemen gibt es hier.
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