Manipulierte Erfolge?
Rapper Drake wirft Universal illegale Promotion von Kendrick Lamars "Not Like Us" vor
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Drake (2023). © Universal Music
Der bislang vor allem unter der Oberfläche brodelnde Rap-Beef zwischen den zwei Mega-Stars Drake und Kendrick Lamar kochte im Herbst 2023 über, als Drake gemeinsam mit Rapper J Cole das Lied "First Person Shooter" veröffentlichte, Darin stellten es J Cole und Drake so dar, dass sie sich die Spitze des Genres mit Kendrick Lamar teilen würden.
Seitdem liefern sich Drake und Kendrick Lamar einen offenen Schlagabtausch mit sogenannten Disstracks, die darauf abzielen, den Rivalen zu diskreditieren.
Zweifelhafter Ruhm?
Den Höhepunkt erreichte die Fehde mit "Not Like Us" von Kendrick Lamar, das im Mai 2024 veröffentlicht wurde. Der Song führte der Billboard-Charts zwischenzeitlich an, wurde für sieben Grammys nominiert und erreichte Rekord-Streamingzahlen. Drake bezweifelt jedoch, dass dieser Erfolg ausschließlich auf ehrlicher Resonanz basiert.
Dem kanadischen Rapper zufolge hat Universal Music das Lied von Kendrick Lamar auf verschiedenen Streaming-Diensten mit unzulässigen Methoden promotet, um einen viralen Hit zu erzeugen. Drake reichte deshalb am 25. November eine Petition beim Obersten Gerichtshof des Staates New York ein.
Diese Petition ist keine Klage, sondern ein Rechtsdokument nach den Gesetzen des Staates New York, das darauf abzielt, vor Einreichung einer Klage mehr Informationen zu erhalten.
Die Vorwürfe im Detail
In seiner Petition erklärt Drake, dass Universal Music versucht habe, auf Spotify und vermutlich auch auf anderen digitalen Plattformen mithilfe von Bots und Play-to-Play-Vereinbarungen, das Lied "Not Like Us" gegenüber der Konkurrenz durchzusetzen und eine Popularität vorzutäuschen, die nicht der Realität entspreche.
Angeblich habe Spotify 30 Prozent weniger Lizenzgebühren an Universal zahlen müssen, als das Major Label sonst für seine Werke verlangt. Der Petition zufolge sei die Gegenleistung gewesen, dass Spotify "Not Like Us" Usern vorschlägt, die nach anderen Künstler*innen und Titeln suchen, auch wenn diese keine Ähnlichkeit aufweisen.
Die Petition richtet sich primär gegen Universal Music und deren Vorgehen auf Spotify. Drake erklärt darüber hinaus, dass "Not Like Us" auch auf Apple Music sowie bei verschiedenen Radiosendern künstlich gepusht wurde.
Darüber hinaus wirft die Petition Universal vor, intern Partei für Kendrick Lamar ergriffen zu haben. Mitarbeitende, die als Unterstützer von Drake galten, seien angeblich entlassen worden. Das wirft natürlich die Frage auf, wie lange Drake noch mit Universal zusammenarbeiten will.
Universal Music widerspricht
Da nicht nur Kendrick Lamar, sondern auch Drake bei Universal Music unter Vertrag stehen, sind diese Anschuldigungen besonders brisant. Universal weist die Vorwürfe des Kanadiers entschieden zurück und erklärt, das Unternehmen arbeite nach höchsten ethischen Standards.
Music Business Worldwide zufolge betonte die Plattenfirma zudem:
"Keine noch so ausgeklügelte und absurde juristische Argumentation in dieser Vorab-Klage kann die Tatsache verschleiern, dass die Fans die Musik wählen, die sie hören wollen."
Spotify hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Vorwürfe aus Frustration?
Ob Drakes Petition tatsächliche Konsequenzen nach sich ziehen wird, bleibt abzuwarten. Mit seinen Vorwürfen setzt er sich jedenfalls dem Vorwurf aus, er sei ein "schlechter Verlierer". Spannend wird jedoch, wie Drake seine Vorwürfe beweisen will.
"Not Like Us" war jedenfalls nicht nur ein viraler Hit, es ist auch ein großartiges und gleichzeitig ein vernichtender Angriff auf Drake, den dieser nur zu gerne aus der Welt hätte. Ob eine mögliche Klage aber dazu geeignet ist, diese Schmach wettzumachen, ist sehr fraglich.
Update: Inzwischen hat Drake vor einem texanischen Gericht eine weitere Petition eingereicht [Link zum PDF], die ebenfalls den Vorwurf enthält, Universal habe "Not Like Us" mit illegalen Methoden in einen viralen Hit verwandelt. In dieser Petition ist auch der Vorwurf enthalten, Universal habe Plattformen und Radiostadionen bezahlt, damit sie den Song spielen.
Im Gegensatz zur New Yorker Petition adressiert die texanische auch den Inhalt des Songs. Der Vorwurf an Universal lautet, sie habe den Song trotzs eines problematischen Inhaltes veröffentlicht:
"Bevor Universal die Veröffentlichung des Songs genehmigte, wusste sie, dass der Song selbst sowie das dazugehörige Albumcover und das Musikvideo den Charakter eines anderen der bekanntesten Künstler der UMG, Drake, angriffen, indem sie ihn fälschlicherweise beschuldigten, ein Sexualstraftäter zu sein, pädophile Handlungen zu begehen, Sexualstraftäter zu beherbergen und andere kriminelle sexuelle Handlungen zu begehen."
In der Petition erklären Drakes Anwälte, sie verfügten über genug Material für eine Verleumdungsklage gegen Universal, benötigten aber weitere Informationen, um Vorwürfe des Betrugs und der Erpressung zu erhärten.
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