×

Eklat um Diss-Track

Universal Music CEO Lucian Grainge bezeichnet Drake-Vorwürfe als "lächerlich"

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 20.08.2025

universal drake kendrick lamar

Universal Music CEO Lucian Grainge bezeichnet Drake-Vorwürfe als "lächerlich"

Drake (2025). © Live Nation

Im November 2024 beschuldigte Drake das Major-Label Universal, den Erfolg des Kendrick Lamar Songs "Not Like Us" – einen gegen ihn gerichteten Diss-Track – künstlich gepusht zu haben. Nun hat sich Universal Music Group CEO Lucian Grainge zu Wort gemeldet und bezeichnet Drakes Vorwürfe als "lächerlich".

Bereits im November 2025 hatte Drake eine Petition [PDF] beim Obersten Gerichtshof des Staates New York eingereicht, um an mehr Informationen von Universal Music und Spotify bezüglich der Veröffentlichung von "Not Like Us" zu gelangen. Diese zog er jedoch alsbald zurück, um nur kurz darauf eine Verleumdungsklage gegen UMG zu richten. 

Ein Diss-Track als Ursache 

In der Klage erklärt der Rapper, dass sowohl der Songtext von als auch das Musikvideo zu "Not Like Us" ein "falsches und böswilliges Narrativ" über ihn fördern, dass sowohl seine als auch die Sicherheit seiner Familie in Gefahr bringe und bereits zu massiven Angriffen in den sozialen Medien geführt habe. 

Statt die Klage jedoch gegen Kendrick Lamar zu erheben, richtet sich diese direkt gegen die Universal Music Group (UMG), die den Track veröffentlichte. Laut Drakes Anwälten habe das Major-Label absichtlich und wissentlich falsche und gefährliche Anschuldigungen über den Rapper verbreitet und die Veröffentlichung des Tracks monetarisiert.

Weiter wirft Drake Universal vor, dass das Label möglicherweise versuche, ihn und seine Musik abzuwerten, um nach dem bevorstehenden Ablaufs seines Vertrags den Preis bei Neuverhandlungen Preisvorteile zu drücken. 

Universal selbst hatte sich daraufhin zu Wort gemeldet, Drakes Behauptungen als falsch bezeichnet und im März 2025 eine Abweisung von Drakes Verleumdungsklage beantragt.

Drake legt nach

Wie Complete Music Update berichtet, fasst Drake in einem neuen Dokument seine Vorwürfe aus der Verleumdungsklage gegen Universal-CEO Sir Lucian Grainge nochmals zusammen. Unter anderem spricht er Grainge darin eine wesentliche Rolle bei der Genehmigung der Veröffentlichung und Werbund von "Not Like Us" zu und spricht davon, dass Grainge in Kenntnis des Plans zur Diffamierung und Belästigung von Drake gewesen sei.

Das Schreiben hat unter anderem das Ziel einer Offentlegung von durch Grainge verfassten E-Mails und Textnachrichten.

Grainge weist Vorwürfe zurück

In einer eidesstattlichen Erklärung, die Sir Lucian Grainge am 14. August beim US District Court in New York eingereicht hat, weist der CEO Drakes Vorwürfe jetzt scharf zurück. Laut Music Business Worldwide bezeichnet er Drakes Darstellung als haltlos. So heißt es in dem Schreiben etwa:

"Zwar habe ich im Rahmen meiner Funktion selbstverständlich die finanzielle Aufsicht über und Verantwortung für die globalen Geschäfte von UMG. Doch die Behauptung, ich sei in die Prüfung und Freigabe des Inhalts von "Not Like Us", seines Covers oder Musikvideos eingebunden gewesen – geschweige denn dafür verantwortlich –, oder dass ich die Vermartkung dieser Materialien bestimmt oder geleitet hätte, ist haltlos und in der Tat lächerlich."

Auch der Vorwurf, Universal habe ein strategisches Interesse daran, Drakes Karriere gezielt zu schwächen, weist er zurück. Im Gegenteil, so Grainge: UMG habe "Hunderte Millionen Dollar" in den Künstler investiert – vom Erwerb seines Recording Katalogs bis hin zu Verlagsrechten. "Die Annahme, wir würden absichtlich den Wert von Drake schmälern, ergibt keinen Sinn."

UMG spricht von "Schikane"

Parallel zu Grainges Erklärung haben die Anwälte der UMG ein Schreiben beim Gericht eingereicht, in dem sie Drakes Anträge als "durchsichtigen Versuch" bewerten, den Konzern mit unnötigen Anfragen zu belasten. Drakes Forderung gegenüber Grainge betrachtet UMG als Versuch "das Beweisverfahren zu missbrauchen, um irrelevante und überzogene Forderungen zu stellen, die in erster Linie darauf abzielen, Drakes vermeintliche Gegner zu schikanieren."

Darüber hinaus lehnt UMG die von Drakes Team verlangten Einblicke in vertrauliche Finanz- und Vertragsunterlagen ab. Neben den durch Grainge verfassten E-Mails und Nachrichten hatte Drake unter anderem vollständige Einblicke in Kendrick Lamars Recording-Vertrag sowie Gehaltsinformationen von Interscope-Chef John Janick gefordert. UMG bezeichnet diese Anträge als "überzogen" und für das eigentliche Verfahren "irrelevant". 

Streit mit realen Folgen

Die Auseinandersetzung hat das Potenzial, weit über die Grenzen eines gewöhnlichen Rechtsstreits hinaus Aufmerksamkeit zu erregen, denn sie berührt gleich mehrere Ebenen: das Geschäftsgebaren der weltweit größten Musikfirma, die Vertragsarchitektur zwischen Superstar-Rappern und Major-Labels sowie den Umgang mit künstlerischen Diss-Tracks in einer Ära, in der Social-Media-Dynamiken schnell reale Folgen haben können. 

Wie sich der Fall weiterentwickeln wird, hängt nun von den anstehenden prozessualen Entscheidungen ab. Klar ist schon jetzt: Beide Seiten fahren eine harte Linie – und der Streit zwischen Drake und seinem langjährigen Label droht, die Musikwelt noch lange zu beschäftigen.

Ähnliche Themen

Universal Music lehnt Übernahmeangebot von Bill Ackman ab

"Nicht im besten Interesse"

Universal Music lehnt Übernahmeangebot von Bill Ackman ab

veröffentlicht am 01.06.2026   1

Universal CEO Lucian Grainge setzt auf Superfans, KI-Formate und globale Expansion

Auch Universal sieht KI nicht als Bedrohung

Universal CEO Lucian Grainge setzt auf Superfans, KI-Formate und globale Expansion

veröffentlicht am 09.03.2026

Drake legt Berufung gegen Abweisung seiner Verleumdungsklage zu "Not Like Us" ein

Neue Runde des Rechtsstreits

Drake legt Berufung gegen Abweisung seiner Verleumdungsklage zu "Not Like Us" ein

veröffentlicht am 26.01.2026

Universal und Udio legen Rechtsstreit und planen gemeinsame KI-Musik-Plattform

Neues Kapitel in der KI-Musikbranche

Universal und Udio legen Rechtsstreit und planen gemeinsame KI-Musik-Plattform

veröffentlicht am 30.10.2025   1

US-Gericht weist Drakes Verleumdungs-Klage gegen UMG ab

Kendrick Lamars Diss-Track gilt als künstlerische Meinungsäußerung

US-Gericht weist Drakes Verleumdungs-Klage gegen UMG ab

veröffentlicht am 13.10.2025

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!