Auch Deezer, Tidal und Apple betroffen
Spotify-Boykott setzt sich fort: Godspeed You! Black Emperor verlassen Streaming-Dienste
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Efrim Menuck von Godspeed You! Black Emperor. © Torsten Reitz
Während Deerhoof, Xiu Xiu und King Gizzard & The Lizard Wizard Statements veröffentlicht haben, in denen sie eine kürzlich getätigte Investition des Spotify-CEOs Daniel Eks in ein Militär KI-Unternehmen als ausschlaggebenden Grund für ihre Entscheidung nennen, hat sich die kanadische Post-Rock-Band Godspeed You! Black Emperor bislang noch nicht zum Verschwinden ihrer Musik geäußert.
Wahrscheinlich fallen die Gründe der Gruppe ähnlich aus wie bei ihren Vorgängern, die nach und nach ihre Musik von der Plattform entfernen lassen. Neben der 700 Mio. US-Dollar umfassenden Investition Daniel Eks in das KI-Start-up Helsing, das unter anderem ein neues System zur Integration von "KI-Piloten" in die Cockpits von Kampfflugzeugen entwickelt, kritisierten Deerhoof auch dass Spotify nur "einen Hungerlohn" an Künstlerinnen und Künstler ausschütte.
Indie-Artists suchen neue Wege
Interessant ist jedoch, dass Spotify nicht die einzige Streaming-Plattform ist, die in Zukunft auf GY!BE verzichten muss. Auf Reddit ist zu lesen, dass die Musik der Band auch von Deezer, Tidal und Apple Music verschwunden ist. Daher ist es gut möglich, dass sich GY!BE von der gesamten Streaming-Ökonomie distanzieren wollen.
Tatsächlich lässt sich in letzter Zeit vermehrt beobachten, dass Artists bei der Veröffentlichung ihrer Werke seltener auf die gängigen Streaming-Plattformen setzen.
Ein neuer Trend oder kurze Protestwelle?
Zuletzt hatte etwa Paramores Hayley Williams ihr neuestes Album "Ego" exklusiv über ihre eigene Webseite vertrieben. Die Hamburger Band Die Heiterkeit wiederum, veröffentlichte ihr aktuelles Album "Schwarze Magie" im März 2025 vorerst nur teilweise über Streaming-Plattformen. Wer das Werk in vollem Umfang hören will, muss ganz Oldschool auf den Erwerb physischer Tonträger zurückgreifen.
Ob es sich hierbei um eine Häufung von Einzelfällen bzw. eine kurze Protestwelle handelt oder sich tatsächlich ein Trend entwickelt, der womöglich langfristige Auswirkungen auf das Streaming-Geschäft hat, bleibt abzuwarten. Alle Bands haben jedoch gemeinsam, dass sie die Präsenz auf Spotify und anderen Streaming-Services, die früher für viele alternativlos schien, neu denken.
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