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Steigerung der Profitabilität: Geht Streaming-Anbieter Spotify noch dieses Jahr an die Börse?

News von Florian Endres
veröffentlicht am 17.05.2017

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Steigerung der Profitabilität: Geht Streaming-Anbieter Spotify noch dieses Jahr an die Börse?

Ob Smartphone oder PC: Spotify ist eine der verbreitetsten Streamingplattformen. Nun könnte das Unternehmen an die Börse gehen. © Spotify

Die letzte Zeit war eine sehr aktive für die Streaming-Plattform Spotify. Neben neuen Lizenzverträgen (mit umstrittener "Windowing"-Klausel) und neuen Sponsoren gab es viele große und kleine Neuerungen. So wundert es kaum, dass sich die Gerüchte über einen baldigen Börsengang verdichten.

Nachdem Spotify bereits im letzten Jahr mit exklusiven Features wie dem "Mix der Woche" und von Menschen kuratierten Playlist begonnen hat, sein Angebot zu individualisieren, deuteten die Neuerungen in diesem Jahr vor allem in Richtung einer Steigerung der Profitabilität. 

Trotz 50 Millionen zahlender Abonnenten gelingt es dem Unternehmen vor allem wegen den immensen Lizensierungskosten noch immer nicht, schwarze Zahlen zu schreiben.

Premium bevorzugt

Wichtigste Neuerung in dieser Hinsicht ist wohl die Einführung des sogenannten Windowings: In den erneuerten Lizenzverträgen mit Universal Music und dem Branchenverband der Indie-Labels Merlin erhalten diese Labels die Möglichkeit, neu veröffentlichte Alben für einen Zeitraum von zwei Wochen ausschließlich (zahlenden) Premium-Kunden zugänglich zu machen. Im Gegenzug muss Spotify weniger Lizenzgebühren zahlen.

Neben diesen Einsparungen lässt sich hier natürlich Strategie erkennen: Spotify möchte seinen Bezahldienst dem Endkunden schmackhafter machen, da der rein werbefinanzierte Gratis-Service weit weniger profitabel ist. Dafür spricht auch das erneut aktivierte Testangebot: Spotify-Premium für lediglich 99 Cent – ein kürzlich erst von Soundcloud angewandter Marketing-Schachzug.

© Spotify

Mit mehr Funktionen gegen die Konkurrenz

Auch im Funktionsangebot Spotifys gibt es Veränderungen. Mit Features wie der (in Zukunft) faireren Bezahlung durch Verwendung von Blockchain-Technologie blickt das Unternehmen klar in Richtung Apple Music, das im Vergleich mit Spotify häufig wegen seiner faireren Bezahlung gelobt wird (siehe dazu auch die jüngsten Zahlen der RIAA)

Ebenso wirkt auch die Ankündigung einer speziellen Spotify-Hardware (deren Form und Funktion noch gänzlich bekannt ist) inspiriert von Vorstößen von Amazon (Echo) oder Snapchat (Spectacles) im Bereich der Hardware-Produktion.

Steht der Börsengang bevor?

Aus dieser regen Tätigkeit Spotifys schließen Experten schon seit längerem, dass das Unternehmen energisch versucht, die Verluste zu minimieren um so schnell wie möglich den Börsengang durchführen zu können.

Ausschlaggebend könnten hier u.a. die Kredite sein, die das Unternehmen aufnehmen musste: Bei einem Börsengang können diese von den Gläubigern in Anteile umgewandelt werden. Je länger dieser sich hinzieht, desto höher wir der Rabatt, den sie erhalten.

Neuen Gerüchten zufolge soll der Börsengang schneller stattfinden als gedacht: Noch in diesem Jahr könnte Spotify an die Börse gehen, prognostizieren Insider. Die auf inzwischen 13 Milliarden Dollar gestiegene Bewertung des Unternehmens zeigt zumindest, dass Spotify mit den aktuellen Veränderungen offenbar auf einem wirtschaftlich rentablen Weg ist.

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