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Wie KI Eventvermarktung neu strukturiert

Suno übernimmt Songkick-Daten: Neue Dynamiken für Konzertvermarktung und Fan-Targeting

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 04.05.2026

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Suno übernimmt Songkick-Daten: Neue Dynamiken für Konzertvermarktung und Fan-Targeting

© Hugo L. Casanova

Die Eventvermarktung steht an einem Wendepunkt. Nachdem Ticketmaster die Zusammenarbeit mit ChatGPT angekündigt hat, greift das KI-Unternehmen Suno nun auf die ehemals von der Warner Music Group betriebene Event-Entdeckungsplattform Songkick und deren User-Daten zurück und organisiert damit die Kette von Musikentstehung bis Ticketverkauf neu.

Lange Zeit stand Suno im Zentrum massiver Urheberrechtsklagen. Auch die Warner Music Group hatte das Unternehmen verklagt, einigte sich jedoch Ende 2025 mit Suno auf eine Lizenzpartnerschaft, inklusive einer Übernahme von Songkick durch das KI-Unternehmen.

Songkick war bislang vor allem als Plattform der Warner Music Group für Konzertentdeckung und Fan-Tracking bekannt. User konnten Künstler*innen folgen und wurden daraufhin automatisch automatisch über anstehende Konzerte informiert. Durch die Integration in das Suno-Ökosystem verändert sich dieses Konzept nun.

Neue Entwicklungen

Nachdem die Einigung zunächst den Anschein eines "Deals zur Konfliktlösung" gemacht hatte und länger ohne öffentlich bekannte direkte Folgen geblieben war, berichtet unter anderem Music Business Worldwide nun, dass Suno in Kürze die umfangreiche Nutzerdatenbasis von Songkick übernehmen wird, darunter Fanpräferenzen und Interaktionsmuster.

Das geht aus E-Mails hervor, die Ende April 2026 an Songkick-User verschickt worden sind. Zeitgleich hat Suno eine Stellenanzeige für einen General Manager von Songkick veröffentlicht, der unter anderem "einen Integrationsplan entwickeln und umsetzen" soll, der "Songkicks Live-Musik-Graph mit Sunos Künstler- und Kreativökosystem verbindet".

Umfassenderes Wissen über Zielgruppe

Dadurch, dass Suno Kontrolle über diese Userdaten innehaben wird, entsteht eine Datengrundlage, die weit über klassische Streaming- oder Social-Media-Insights hinausgeht. 

Erstmals wird es möglich, nicht nur zu analysieren, welche Musik gehört wird, sondern auch, welche Musik Nutzer aktiv generieren oder verändern. Diese Informationen liefern tiefe Einblicke in Geschmäcker, Trends und potenzielle Nachfrageentwicklungen. Die Eventvermarktung könnte dadurch deutlich präziser werden, da sich das Verständnis des Publikums umfassender erfassen lässt.

Gleichzeitig entsteht ein nahezu nahtloser Übergang zwischen digitaler Interaktion und Ticketkauf. Während bisher oft mehrere Plattformen nötig waren, um Aufmerksamkeit in tatsächliche Verkäufe zu überführen, könnte sich dieser Prozess künftig innerhalb eines integrierten Systems abspielen.

Zwischen neuen Möglichkeiten und strukturellen Veränderungen

Für Musiker*innen und Veranstaltende eröffnet diese Entwicklungen neue Chancen, bringen aber auch grundlegende Fragen mit sich. Die Sichtbarkeit von Künstler*innen könnte sich zunehmend an datengetriebenen Mechanismen orientieren, während klassische Wege des Aufbaus von Fanbeziehungen an Bedeutung verlieren oder sich zumindest verändern. 

Für die Branche bedeutet das, dass sich die Spielregeln verändern. Veranstalter konkurrieren nicht mehr nur mit anderen Events, sondern auch mit Plattformen, die den gesamten Weg vom ersten kreativen Impuls bis zum Ticketverkauf abbilden können. Künstler*innen wiederum müssen sich in einem Umfeld positionieren, in dem technologische Systeme eine immer größere Rolle bei Sichtbarkeit und Nachfrage spielen. 

Gleichzeitig stellt sich die Frage nach der Rolle von Authentizität in einem Umfeld, in dem Inhalte teilweise verstärkt von Algorithmen generiert oder beeinflusst werden. Auch die Kontrolle über Daten und die Verteilung von Einnahmen werden zu zentralen Themen, insbesondere wenn Plattformen wie Suno beginnen, mehrere Stufen der Wertschöpfungskette gleichzeitig zu kontrollieren.

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