Langjähriger Streit
The Cranberries verklagen Island/Universal wegen zu geringer Tantiemen
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The Cranberries im Jahre 2011. © Jess Baumung
Konkret geht es um Spotify-Streams außerhalb der USA, für die Island Records geringere Tantiemen auszahlt als für Streams, die in den USA erzeugt wurden. Die Klage verweist auf einen Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Prager Metis aus dem Jahr 2021.
The Cranberries unterzeichneten im Jahr 1993, zwei Jahre nach ihrer Gründung, einen Vertrag bei Island Records. Dort erschienen ihre ersten vier Studioalben, darunter ihr zweites Album "No Need to Argue" aus dem Jahr 1994 mit dem Welthit "Zombie", dessen Musikvideo mittlerweile 1,6 Mrd. Mal auf YouTube aufgerufen wurde. Im Jahr 2018, nach dem überraschenden Tod von Frontsängerin Dolores O'Riordan, löste sich die Band auf.
Ein Überbleibsel einer vergangenen Ära
Laut der Band ergaben Nachforschungen, dass Island Records der Band 60 Prozent der Tantiemen aus Streams außerhalb der USA zahlte und die übrigen 40 Prozent einbehielt. Diese Gebühren "sollen die Kosten für Marketing, Promotion und Vertrieb von Master-Aufnahmen" außerhalb der USA decken.
Allerdings hat sich das Musikgeschäft im digitalen Zeitalter stark verändert, so dass viele der Leistungen, die Labels früher im Zusammenhang mit der Herstellung und dem Vertrieb physischer Tonträger erbrachten, heute nicht mehr anfallen.
Da Island Records die Cranberries Jahre vor dem Aufkommen digitaler Plattformen unter Vertrag genommen habe, sei es "übertrieben", dass das Label weiterhin 40 Prozent der Streaming-Einnahmen außerhalb der USA erhalte. Die Band hält stattdessen eine Gebühr von 10 Prozent für angemessen.
Nach Einsicht in den von der Band in Auftrag gegebenen Prüfbericht wies Island Records jedoch die Behauptung zurück, das Label hätte zu wenige Tantiemen ausgezahlt.
Viele Aufrufe, wenig Geld?
The Cranberries gaben auch an, dass sie an Videostreaming wenig verdienten. Bei mehr als 2 Mrd. Aufrufen auf YouTube habe sich das dadurch erzielte Nettoeinkommen auf fast 10 Mio. US-Dollar belaufen, wodurch die Band nach Abzug der 40-prozentigen Gebühren von YouTube 4,9 Mio. US-Dollar hätte erhalten müssen.
Allerdings habe die Band davon lediglich rund 930.000 US-Dollar erhalten. Dies sei wiederum darauf zurückzuführen, dass Island Records die Einnahmen aus dem Videostreaming "deutlich zu niedrig" angegeben habe.
The Cranberries beschuldigen das Unternehmen daher des Vertragsbruchs und des Verstoßes gegen die stillschweigende Vereinbarung über Treu und Glauben und faires Verhalten. Die Band klagt auf Schadenersatz von insgesamt also 5,2 Mio. US-Dollar zuzüglich Zinsen und Gerichtskosten.
Keine neuen Probleme
Bereits in den Jahren 2000 und 2003 verklagten die Cranberries UMG wegen angeblich zustehender Tantiemen. Die Klagen zogen sie später zurück.
Im vergangenen Jahr verklagten Limp Bizkit Universal ebenfalls wegen zu geringer Tantiemenzahlungen. Ein Großteil der Klage wurde inzwischen von einem US-Bundesgericht abgewiesen.
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