×

Verantwortung und Schutz kreativer Rechte

UMG-CEO Lucian Grainge: Künstler müssen der Nutzung ihrer Stimmen für KI-Inhalte zustimmen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 17.10.2025

universal künstliche intelligenz lucian grainge

UMG-CEO Lucian Grainge: Künstler müssen der Nutzung ihrer Stimmen für KI-Inhalte zustimmen

Lucian Grainge (links), CEO Universal Music Group, gemeinsam mit dem Schauspieler James Corden und Irving Azoff (Azoff MSG Entertainment) (2018). © Luke Harold via Flickr / Lizenz: CC0

UMG setzt ein deutliches Zeichen im Umgang mit generativer KI. In einem Schreiben an die Mitarbeitenden verschickt wurde, stellte Lucian Grainge, Vorsitzender und CEO von UMG, die KI-Strategie des Unternehmens für Partnerschaften im Bereich generative KI und Produktentwicklung vor und äußert sich auch zu den zahlreichen Prozessen, die UMG aktuell führt.

Das Schreiben befasst sich mit drei Kernbereichen: Dem wachsenden Portfolio an Vereinbarungen mit KI-Unternehmen der Universal Music Group (UMG), den Möglichkeiten für Künstler, sich an KI-Projekten zu beteiligen und dem Engagement des Unternehmens für eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung in der öffentlichen Politik. 

Klare Haltung: Schutz der Künstlerstimmen und Werken

Grainge betont, dass UMG eine Vorreiterrolle im Bereich KI einnimmt und derzeit mit fast einem Dutzend Unternehmen an neuen Produkten und Services arbeitet, die die KI-Musiklandschaft verändern könnten. 

Dabei zieht UMG klare Grenzen: Es werden keine KI-Modelle lizenziert, die die Stimme eines Künstlers nutzen oder neue Songs erzeugen, die Werke eines Künstlers ohne dessen Zustimmung enthalten. Ziel sei ein gesundes kommerzielles KI-Ökosystem, das Künstler, Songwriter, Musikfirmen und Technologieunternehmen gleichermaßen unterstützt.

Partnerschaft mit Fokus auf Verantwortung und Innovation 

Das Unternehmen arbeitet bereits mit einer Reihe großer Plattformen und aufstrebenden Unternehmen zusammen, darunter YouTube, TikTok, Meta, BandLab, Soundlabs, ProRata und KLAY. 

Seinem Schreiben zufolge, hat auch Universal Group Japan eine Kooperation mit dem japanischen Telekommunikationsunternehmen KDDI angekündigt, um mithilfe generativer KI neue Musikerlebnisse für Fans und Künstler zu schaffen.

Grainge verweist zudem auf weitere Entwicklungen als vielversprechende Zeichen und nennt als Beispiel:

"Die kürzlich erfolgte Integration von Spotify in ChatGPT bietet einen Weg, fließend von der Suche und Entdeckung zur Musikwiedergabe überzugehen – und das alles innerhalb eines monetarisierten Ökosystems."

Mit Blick auf die Zukunft sieht Grainge großes Potenzial in sogenannten Agentic AI-Systemen:

"Ich glaube, dass Agentic AI, die komplexe Schlussfolgerungen und Anpassungen dynamisch einsetzt, das Potenzial hat, die Art und Weise, wie Fans mit Musik interagieren und sie entdecken, zu revolutionieren."

Entscheidend sei laut Grainge jedoch, dass technologische Fortschritte verantwortungsvoll erfolgen:

"Wir werden nur KI-Produkte in Betracht ziehen, die auf verantwortungsvoll trainierten Modellen basieren."

Kampf gegen KI-Missbrauch

Das Schreiben geht auch auf die politischen Debatten um KI-Trainings ein. Grainge warnt, dass große Tech-Unternehmen weltweit Regierungen unter Druck setzen, um das Training mit urheberrechtlich geschütztem Material ohne Zustimmung zu legitimieren.

Dies bezeichnet er als "unbefugte und illegale Ausbeutung" der Rechte kreativer Künstler. UMG klagt deshalb gegen Anthropic, Suno und Udio wegen der mutmaßlichen unerlaubten Nutzung geschützter Werke.

Bereits 2023 hatte Universal seine sogenannten Artist-Centric-Prinzipien eingeführt, um gegen eine wachsende Flut von KI-generierten Inhalten auf Streaming-Plattformen vorzugehen – ein Problem, das Grainge als "im Wesentlichen Plattformverschmutzung" bezeichnet.

Seitdem "haben viele unserer Plattformpartner erhebliche Fortschritte bei der Einführung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Umleitung von Lizenzgebühren, Verstößen und Betrug erzielt", so Lucian Grainge.

Zudem arbeitet UMG mit SoundPatrol, einem von Stanford-Forschern gegründetes Unternehmen, das patentierte Technologien entwickelt hat, um Künstlerwerke vor unbefugter Nutzung in KI-Musikgeneratoren zu schützen. 

KI als kreative Chance 

Zum Abschluss seines Schreibens zeigt sich Grainge zuversichtlich: 

"Durch unsere Bereitschaft als Gemeinschaft, kommerzielle KI-Modelle zu akzeptieren, die menschliche Kunstfertigkeit wertschätzen und fördern, zeigen, dass marktbasierte Lösungen zur Förderung von Innovation die richtige Antwort sind."

Ähnliche Themen

Lionel Richie will seine Stimme in den USA als Marke schützen

Musikstar reagiert auf KI-Deepfakes

Lionel Richie will seine Stimme in den USA als Marke schützen

veröffentlicht am 16.06.2026   1

Indie-Musiker Anthony Justice verklagt KI-Plattformen Suno und Udio

Einsatz gegen "unverantwortlichen Angriff"

Indie-Musiker Anthony Justice verklagt KI-Plattformen Suno und Udio

veröffentlicht am 24.06.2025

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!