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Rückgang der Streaming-Einkünfte

Universal Music: Aktienkurs bricht nach schwachen Quartalszahlen ein

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 30.07.2024

universal musikbusiness streaming

Universal Music: Aktienkurs bricht nach schwachen Quartalszahlen ein

Das UMG-Headquarter in Santa Monica, Kalifornien. © Coolcaesar via Wikimedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Umgheadquarters.jpg) / Lizenz: CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Universal Music (UMG) erzielte im 2. Quartal 2024 einen Umsatz von 2,932 Millionen Euro. Aufgrund des deutlichen Rückgangs der Streaming-Einnahmen fiel die Aktie um knapp 25 Prozent.

Der Gesamtumsatz von UMG im 2. Quartal 2024 stieg auf 2,932 Milliarden Euro – ein Anstieg von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das EBITDA nahm auf 580 Millionen Euro zu im Vergleich zu 505 Millionen im Vorjahresquartal.

Die stark negative Reaktion der Börse ergab sich vor allem aus der enttäuschenden Entwicklung des Streaming-Bereichs.

Rückgang im Streaming-Bereich!

Die Einnahmen von Universal durch Streaming-Abos wuchsen um 6,5 Prozent von 1,068 Milliarden auf 1,137 Milliarden Euro und damit deutlich geringer als von Analysten erwartet. Diese hatten mit 10 Prozent und mehr Wachstum in diesem Bereich gerechnet und deshalb in die Aktie investiert.

Die Einnahmen durch werbefinanziertes Streaming gingen sogar um 4,2 Prozent von 358 auf 343 Millionen Euro zurück. Diese enttäuschenden Zahlen führten zu dem Einbruch des Aktienkurses. Die Aktie von Universal Music notiert aktuell bei knapp über 21 Euro, während sie vor Bekanntgabe der Quartalszahlen bei über 28 Euro stand.

Wachstum bei Tonträgern

Umsätze mit physischen Tonträgern stiegen jedoch um 9,5 Prozent von 326 auf 357 Millionen Euro, während Lizenzeinnahmen einen Anstieg von 18 Prozent (267 auf 315 Millionen Euro) verzeichneten.

Der Umsatz mit Musikaufnahmen insgesamt (also Streaming und physische Tonträger) wuchs um 5,8 Prozent von 2,08 Milliarden auf 2,2 Milliarden Euro.

Positive Entwicklung in anderen Bereichen

Stattdessen stiegen die Einnahmen aus dem Musikverlagsgeschäft um 10,1 Prozent von 464 auf 511 Millionen Euro an. 

Besonders bemerkenswert ist dabei der Anstieg im Merchandising-Bereich, der im Vergleich zum Vorjahr um 44,6 Prozent von 157 auf 227 Millionen Euro wuchs. Zu den Top-Sellern gehörten dabei Künstler wie Taylor Swift und Billie Eilish. 

Strategie mit Risiken

UMG-Vorsitzender und CEO Lucian Grainge betont, dass das Umsatzwachstum die Vielseitigkeit des Unternehmens unterstreicht, das Künstler in den Mittelpunkt stellt. 

Damit spielt Grainge auf seine Strategie an, aggressiv die Interessen seines Unternehmens gegenüber denjenigen zu wahren, die aus Sicht von Universal nicht bereit sind, die Musik des Unternehmens ordungsgemäß zu lizenzieren oder ausreichende Vergütung zu zahlen.

Dieser Streit führte zum kurzzeitigen Rückzug des gesamten Universal-Katalogs von der Kurzvideostream-Plattform TikTok, der das Ergebnis sicherlich negativ beeinflusst hat.

Auch für Lucian Grainge persönlich hat das Ergebnis Konsequenzen. Sein gewaltiger Verdienst von deutlich mehr als 130 Millionen Euro hängt in Teilen auch von einer Höhe des Aktienkurses über 30 Euro statt, die im Augenblick jenseits der Möglichkeiten zu sein scheint.

Risse im Streaming-Glück

Naturgemäß betont Universal Music die positiven Aspekte der Zahlen. So erklärt CFO Boyd Muir:

 "Dank unserer vielfältigen Umsatzströme in aufstrebenden und etablierten Geschäftsbereichen konnten wir in diesem Quartal erneut ein hohes einstelliges Umsatzwachstum und ein zweistelliges Wachstum des bereinigten EBITDA erzielen. Wir investieren weiterhin in das vor uns liegende Wachstum, während wir unseren langfristigen Strategieplan umsetzen."

Universal Music erklärte aber auch, das Wachstum der Streaming-Zahlen bliebe bei einigen großen Streaming-Anbietern, aber nicht Spotify und Youtube, hinter den Erwartungen zurück.

Das enttäuschte Analysten, die auch aufgrund eines sehr optimistischen Markteinschätzung des Bankhauses Goldman Sachs mit einem zweistelligen Wachstum des Streaming-Markts gerechnet hatten. Die spannende Frage lautet nun, ob es sich um einen zeitweiligen Rückgang oder eine nachhaltige Trendwende handelt.

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