Marktmacht-Untersuchung
EU soll Downtown-Übernahme durch Universal Music Group prüfen
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Der Firmensitz von Universal Music in Berlin. © Tony Webster (https://flic.kr/p/vfD9AM) / Lizenz: CC BY 2.0
Ursprünglich war geplant, die 775 Millionen US-Dollar schwere Übernahme von Downtown Music durch die Universal Music Group (UMG) bis zur zweiten Jahreshälfte 2025 abzuschließen.
Untersuchung beantragt
Nach Bekanntwerden dieser Transaktion waren allerdings viele kritische Stimmen laut geworden waren, beispielsweise von IMPALA, dem Verband unabhängiger Musikunternehmen in Europa, der vor einer zunehmenden Marktkonzentration im Musiksektor warnt.
Jetzt haben die Niederlande die EU Kommission formell ersucht, die Folgen der Übernahme auf den Wettbewerb auf dem Musikmarkt zu untersuchen.
Hintergründe und Kritik
Bereits vor dem Downtown Deal hatte die UMG mit den innerhalb nur weniger Monate aufeinander folgenden Akquisitionen von PIAS (einem der größten Indie Labels und Vertriebe) und 8Ball Music für Unruhe gesorgt.
Auch Downtown ist ein zentraler Akteur in der unabhängigen Musikbranche und besitzt mit FUGA und CD Baby unter anderem zwei Independent-Vertriebe, die weltweit für unabhängige Musikunternehmen große Bedeutung haben.
Kritiker – zu denen insbesondere unabhängige Labels und Verbände wie IMPALA oder der VUT (Verein unabhängiger Musikunternehmer*innen) zählen – befürchten, die geplante Übernahme von Downtown Music durch die zur UMG gehörigen Virgin Music Group, würde dem UMG-Konzern eine dominante Rolle im Musikvertrieb und den Zugang zu essenziellen Branchendaten verschaffen.
So warnt etwa Dario Draštata, Präsident von IMPALA:
"Die Übernahme von Downtown durch UMG würde dem größten Musikunternehmen der Welt eine beispiellose Kontrolle über die Vertriebswege verschaffen. Das ist ein massiver Eingriff in den fairen Wettbewerb."
IMPALA begrüßt EU-Prüfung
Inzwischen hat IMPALA ein Statement veröffentlicht, in dem der Verband die Unterweisung durch die Wettbewerbsbehörde begrüßt. Der Verband hatte die Regulierungsbehörden zuvor bereits mehrfach dazu aufgefordert, gegen die "Juggernaut"-Strategie der UMG vorzugehen, die durch serielle Übernahmen den Marktzugang verschließe, wachsende Macht über digitale Dienste ausübe und eine Reihe wichtiger Dienstleisungen auf dem gesamten Musikmarkt kontrolliere.
Auch in anderen Märkten werden kritische Stimmen laut. Gee Davy, Vorstandsmitglied bei IMPALA und CEO der britischen Association of Independent Music (AIM) fordert eine Untersuchung der Übernahme durch die britische Wettbewerbsbehörde CMA. Wie die Music Week berichtet, gibt es in Spanien (Sonys Übernahme von Altafonte) und den Niederlanden (Warners Übernahme von Cloud 9) ähnliche Diskussionen über die wachsende Marktdominanz der großen Musikunternehmen.
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