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Livestream-Konzerte: Mit diesen Plattformen könnt ihr auch im Lockdown Shows spielen

Tipps für Musiker und Bands von Florian Endres
veröffentlicht am 03.11.2020

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Livestream-Konzerte: Mit diesen Plattformen könnt ihr auch im Lockdown Shows spielen

© NeONBRAND via Unsplash

In dieser Übersicht stellen wir euch Livestream-Plattformen vor, mit denen ihr abseits der Social Media-Angebote Liveshows für eure Fanbase streamen könnt – bei einigen Diensten muss sich eure Band nicht einmal im gleichen Raum befinden!

Der neuerliche Lockdown trifft die Kultur- und Veranstaltungsbranche hart. Nach dem ersten Lockdown im Sommer konnten Konzerte nur unter starken Einschränkungen stattfinden. Mit dem letzten Beschluss des Bundes sind sie bis vorerst Ende November erneut vollständig verboten; unzählige bereits geplante Shows mussten abgesagt werden. 

Um als Musikerin bzw. Musiker dennoch den Kontakt zu den Fans nicht zu verlieren, sind Livestream-Konzerte – obwohl durchaus kritisch aufgenommen – derzeit das Mittel der Wahl. Deshalb bieten wir euch einen Überblick, mit welchen Plattformen ihr von zuhause aus Shows veranstalten könnt.  

Neue Wege

Während wir uns im ersten Teil dieser Reihe auf die Livestream-Möglichkeiten sozialer Medien konzentriert haben, stellen wir in diesem Teil Plattformen abseits bekannter Netzwerke wie Facebook, Instagram und Co. vor. 

Viele dieser Plattformen bieten den Nutzer/innen wesentlich mehr Möglichkeiten als die Angebote der Social Networks wie weitreichende Monetarisierungs- und Analysefeatures. Gleichzeitig sind die hier vorgestellten Plattformen in den meisten Fällen kostenpflichtig. 

Wichtig: Die Situation von Bands im Lockdown

Wenngleich Livestreams euch die Möglichkeit bieten, euer Publikum auch aus dem Lockdown zu erreichen, solltet ihr nicht vergessen, dass die aktuelle Gesetzgebung Treffen von maximal zehn Personen bzw. von Personen aus maximal zwei Haushalten erlaubt.

→ Hier findet ihr einen Überblick über die aktuell geltenden Regeln in den Bundesländern.

Im Klartext bedeutet das, dass ihr je nach Band-Konstellation auch zu einem Streaming-Konzert nicht zusammenkommen dürft. Eine der wenigen Plattformen, die es derzeit ermöglicht, diese Hürde zu nehmen, ist Jamulus. Mit der Software, die für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar ist, können Musiker/innen von verschiedenen Orten aus zusammen spielen – gleichsam, ob im Rahmen einer Probe oder mit Publikum als Liveauftritt.

Jamulus ist kostenlos, bietet jedoch keine eingebauten Möglichkeiten zur Monetarisierung. Dies müsst ihr als Künstler/in selbst in die Hand nehmen – sei es mit vorherigem Ticketverkauf über die gängigen Plattformen oder mittels eines Spendenlinks via PayPal. 

Einen ähnlichen Funktionsumfang bietet Digital Stage: Auch hier liegt der Fokus darauf, dass Musiker/innen von verschiedenen Orten in einer Konferenzschaltung mit möglichst geringer Latenz live auftreten können. Der Dienst wird per Web-Interface und als Software für Windows und Mac angeboten und ist kostenlos, befindet sich derzeit jedoch auch noch im Entwicklungszustand. 

Für Einzelkünstler/innen oder Bands in Kleinstbesetzung lohnt sich darüber hinaus auch ein Blick auf die folgenen Plattformen.

Livestreaming-Plattformen für Events

Die in Deutschland noch vergleichsweise unbekannte Plattform StageIt veranstaltet bereit seit längerem regelmäßige Konzerte mit Stars wie Korn, Bon Jovi oder Carly Simon. Die Plattform bietet Monetarisierungsoptionen wie Ticketing und Spenden sowie einen Livechat, in dem die Fans untereinander und mit den Künstler/innen kommunizieren können. Die Verwendung von StageIt selbst ist kostenlos, allerdings behält die Plattform einen Anteil der Einnahmen.

Stagetasy ermöglicht gleichsam die Monetarisierung durch Ticketing- und Spenden-Optionen. Im Gegensatz zu StageIt gehen die Einnahmen jedoch vollständig an die Künstlerin bzw. den Künstler; die Finanzierung des Dienstes erfolgt über eine Streaming-Pauschale in Höhe von 99 Cent, die die Zuschauer/innen entrichten müssen. 

Das Angebot von Dringeblieben richtet sich nicht nur an Musiker/innen und Veranstalter/innen in der Coronakrise, sondern auch an Clubbetreiber/innen, Festivals und Initiativen. Neben der Möglichkeit, unabhängig von den Algorithmen der Social Media-Plattformen eine Community aufzubauen, werden auch hier die Monetarisierungsmöglichkeiten groß geschrieben.  

Bei ViewStub steht eine umfassende Allround-Lösung im Vordergrund. Die Plattform bietet umfassende Monetarisierungsoptionen wie Ticketing, Embed-Links, Spenden-Features und Sponsoring-Möglichkeiten sowie zahlreiche Profi-Features wie etwa Streams von mehreren Quellen sowie On-Demand-Streams. Ein Gruppenchat soll auch hier die Nähe zur Fanbase garantieren. Details zur Preisgestaltung finden sich hier.

Die populäre Plattform für Videokonferenzen Zoom lässt auch für Konzerte benutzen. Darüber hinaus haben die Betreiber jedoch auch OnZoom gestartet. Der Dienst wird als "Marktplatz für Erfahrungen" beschrieben und befindet sich derzeit noch im Alpha-Stadium. Nichtdestotrotz lassen sich bereits jetzt Livestreams starten, die – im Gegensatz zu Zoom – in erster Linie die Monetarisierung von Events ermöglichen. Auch die Möglichkeiten zur Bewerbung von Events wurden ausgebaut. Im Gegensatz zu Zoom können lediglich Nutzer/innen mit einem kostenpflichtigen Konto Events bei OnZoom veranstalten; die Zuschauer/innen benötigen zumindest einen kostenlosen Account. 

Hinter dem puristischen Interface von Webstream.eu verstecken sich die notwendigsten Funktionen: Passwortgeschützte Räume ermöglichen die Monetarisierung (auch über die Einbindung von PayPal); über eine Chat-Funktion können die Streamer/innen mit den Zuschauer/innen kommunizieren. Der Dienst ist ab 35 Euro monatlich verfügbar. 

"Alles aus einer Hand" – das ist das Motto von Reservix' hauseigener Streaming-Plattform ReservixStream: Das Ticketing-Unternehmen wollte mit dem Angebot eigentlich die potentielle Reichweite "echter" Konzerte durch Streaming steigern; in Zeiten von Corona hat sich der Fokus vollständig auf diese Möglichkeit verlagert. ReservixStream bietet umfassende Ticketing-Optionen, personalisierbare Tickets, eine eigene Landingpage pro Event und zahlreiche weitere Zusatzfunktionen. Das Angebot scheint sich jedoch vornehmlich an Geschäftskunden zu richten; Preise sind nur auf Anfrage verfügbar. 

Jetzt seid ihr gefragt

Das Angebot an Livestream-Plattformen wächst derzeit aufgrund der hohen Nachfrage rapide an. Eine erschöpfende Übersicht ist daher kaum möglich. Deshalb unsere Frage an euch: Kennt ihr noch weitere Plattformen, die wir unbedingt erwähnen sollten? Habt ihr bereits Erfahrungen mit den genannten Anbietern gemacht? Schreibt es uns in die Kommentare!

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