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Drohgebärden

Nach Rechte-Streit: Label-Manager verbieten Taylor Swift, ihre Songs live zu spielen

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 15.11.2019

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Nach Rechte-Streit: Label-Manager verbieten Taylor Swift, ihre Songs live zu spielen

Taylor Swift (Pressebild, 2019). © Universal Music

Laut der Country-Pop-Musikerin Taylor Swift verbieten die Musikmanager Scott Borchetta und Scooter Braun ihr, ihre eigenen Songs bei der Verleihung der American Music Awards zu spielen.

Taylor Swift wurde im Rahmen der American Music Awards (AMA) als "Künstlerin des Jahrzehnts" ausgezeichnet. Zur Preisverleihungs-Gala plante sie ein Medley ihrer größten Hits dieser letzten zehn Jahre – doch wie Swift in einem Twitter-Post schreibt, versuchen die Musikmanager Scott Borchetta und Scooter Braun, ihr die Aufführung dieser Songs zu verbieten. 

Retaliation

Der Grund für dieses Vorgehen ist ein zwischen Swift, Borchetta und Braun schwelender Streit um die Rechte von Taylor Swifts Masterbändern bis zum Album "Reputation": "Taylor Swift", "Fearless", "Speak Now", "Red", "1989" und eben "Reputation" hatte die Künstlerin bei Scott Borchetts "Big Machine" Label veröffentlicht, das im Sommer 2019 von Scooter Brauns "Ithaca Holdings" übernommen wurde. 

Durch diesen Verkauf, dessen Preis in Höhe von (angeblich) 300 Millionen Dollar wohl zu großen Teilen von Swifts Aufnahmen beeinflusst wurde, gingen die Rechte an Swifts Masterbändern von Borchetta auf Braun über.

Swift hatte nach eigenen Angaben keine Chance, sich gegen die Übernahme zu wehren, und kündigte deshalb im August 2019 an, die Alben, deren Rechte sie aktuell nicht besitzt, neu aufnehmen zu wollen – Swift hatte erst mit ihrem Wechsel zur Universal Music Group und dem Vertrieb ihres letzten Albums, "Lover", durchsetzen können, die Rechte an ihren eigenen Masterbändern zu behalten

Under Pressure

Laut Swift wollen Borchetta und Braun mit dem Versuch, Swift die Performance ihrer Songs zu untersagen, Druck auf die Sängerin ausüben: Angeblich teilten die beiden Manager Swifts Team mit, ihr die Aufführungserlaubnis nur dann zu erteilen, wenn sie von ihrem Plan absieht, ihre Songs neu aufzunehmen. Bis dahin verweigen die Manager auch, Swifts Songs für ein Netflix-Biopic über die Sängerin zu lizenzieren.

Wie Digital Music News (DMN) berichtet, darf Taylor Swift ihre Songs rein rechtlich live aufführen, solange entsprechende Lizenzgebühren bezahlt werden. Gleichzeitig könnte das Gala-Format, in dem Swift auftreten wird, in dieser Hinsicht eine Ausnahme darstellen – Gewissheit kann es in dieser Hinsicht wohl nur im Falle einer tatsächlichen gerichtlichen Auseinandersetzung geben. 

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