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Abkehr von der visuellen Benutzeroberfläche

Universal Music Group will sich mit neuer Partnerschaft für die digitale Zukunft rüsten

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 13.06.2019

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Universal Music Group will sich mit neuer Partnerschaft für die digitale Zukunft rüsten

Der Smart Speaker Google Home. © Andres Urena via Pexels

Die Universal Music Group (UMG) gibt seine strategische Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Super Hi-Fi bekannt. Das Unternehmen möchte sich damit im Bereich des digitalen Musikkonsums zukünftig besser positionieren.

Super Hi-Fi bietet KI-Technologien an, die beispielsweise für akkurate Song-Übergänge und voice-overs mit Song-Details sorgen. Außerdem sind die Angebote von Super Hi-Fi in der Lage, etwa Interviews mit Künstlerinnen und Künstlern intelligent in Playlists zu positionieren. 

Im Rahmen der Partnerschaft mit der Universal Group sollen diese Technologien weltweit angewandt werden, um die bei UMG unter Vertrag stehenden Künstlerinnen und Künstler künftig besser zu bewerben. 

Werbung und Audio-Branding

Mit der Ankündigung der Partnerschaft will Universal sich besser im zunehmend virtuell stattfindenen Musikmarkt positionieren. Einer intelligenten Software, die für nahtlose Song-Übergänge (inklusive Crossfades, Lautstärkeangleichung etc.) sorgt, ist auf die Optimierung von Playlists – einem immer wichtiger werdenden Medium des Musikkonsums – ausgerichtet. Auch Werbespots sollen nahtlos und "intelligent" in Playlists eingefügt werden können. 

Am interessantesten ist jedoch, dass das Audio-Branding im Angebot von Super Hi-Fi einen hohen Stellenwert einnimmt. Audio-Branding bedeutet grob gesagt die Verknüpfung von Musik mit einer bestimmten Marke – diese "Marke" kann im Endeffekt jedoch auch die Künstlerin bzw. der Künstler sein, der seinen eigenen Song singt.

Goodbye GUI

John Bolton (Super Hi-Fi) betont, dass durch die zunehmende Popularität von Audio-Streaming via Smart Speaker in Verbindung mit sprachgestütztem Interfacing das visuelle Interface in den Hintergrund tritt. Das führt dazu, dass Song- oder Artist-Namen plötztlich nicht mehr unmittelbar (visuell) mit Gehörten verknüpft sind – auch dadurch, dass es etwa in Playlists keine Moderation wie z.B. im Radio gibt. 

Genau die Verknüpfung von Song und Metadaten ist es jedoch, die erst wiederholte Streams oder gar Song- oder Albenkäufe möglich macht. Indem Universal also in Zukunft durch künstliche Intelligenz genau diese Verbindung wieder versucht, herzustellen, bereitet sich das Unternehmen auf eine noch stärkere Verbreitung nicht-visueller Interfaces vor.

UMG-CEO Lucian Grainge in seinem Talk bei der MWC Barcelona Anfang 2019 bereits näher auf diese sich abzeichnende Trendwende ein.

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