×

Plattenfirmen scheuen keine Ausgaben

IFPI-Branchenbericht: Weltweit fließen Rekordsummen in A&R und Marketing

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 21.05.2019

musikmarkt musikbusiness diy

IFPI-Branchenbericht: Weltweit fließen Rekordsummen in A&R und Marketing

© Pixabay via Pexels

Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) hat einen neuen Bericht veröffentlicht, laut dem die Ausgaben für Artists & Repertoire (A&R) und Marketing 2017 einen neuen Höchststand erreicht haben. Für die IFPI steht damit fest, dass Labels heutzutage so wichtig sind wie noch nie.

Die IFPI hat eigens für den neuen Bericht eine Website geschaltet, die die Ergebnisse der Datenerhebung visuell aufbereitet. So lässt sich nachvollziehen, dass Musiklabels 2015 33,8 Prozent ihres globalen Umsatzes wieder in Marketing und A&R investierten.

Insgesamt 5,8 Milliarden Dollar wurden insgesamt ausgegeben – deutlich mehr als noch im Jahr 2015. Hier betrugen die zusammengerechneten Investitionen gut 4,5 Milliarden Dollar, etwa 27 Prozent des globalen Umsatzes.

Für Artists & Repertoire, den redaktionellen Teil eines jeden Labels – zuständig etwa für die Sichtung von Demos sowie für die Akquise und Betreuung von Künstlerinnen und Künstlern – wurden global 4,1 Milliarden Dollar verwendet. Die kumulierten Marketingausgaben beliefen sich auf 1,7 Milliarden Dollar. 

Unverzichtbar?

Die International Federation of the Phonographic Industry betont im Rahmen ihres Berichtes die Unverzichtbarkeit von Plattenfirmen für Künstlerinnen und Künstler. Laut dem Verband stellen Labels wichtige Ressourcen zur Verfügung: Dazu zählen nicht nur monetäre Investitionen, sondern auch Berater-Teams, globale Netzwerke und die Ansprache von Fans weltweit.

Frances Moore, CEO der IFPI, hält fest:

"Im unserem dynamischen und weltweiten Musik-Ökosystem ist das Plattenlabel als Investor für die Musik und Partner für Künstlerinnen und Künstler wichtiger als je zuvor. Zwar haben Acts heutzutage eine unvergleichliche Auswahl, ihre Karriere weiterzuentwickeln – doch Labels bieten unvergleichliche Unterstützung."

Unzeitgemäß?

Inwiefern die Aussage von Moore jedoch noch auf die Allgemeinheit der Musikerinnen und Musiker anwendbar ist, ist fraglich. Erst kürzlich stellte Digital Music News fest, dass Plattenverträge für Musikerinnen und Musiker zunehmend ihren Reiz verlieren.

Immer häufiger nutzen Acts die zahlreichen Möglichkeiten, ihre Karriere selbst zu gestalten, von denen auch Moore spricht – sei es die eigene Produktion von Songs und Videos, der Eigenvertrieb von Merch, die Selbstorganisation von Touren oder die Distribution der eigenen Musik mittels Direktvertrieb statt durch Label-Infrastrukturen.

Der digitale Wandel macht weiterhin auch extremes Targeting für Privatpersonen möglich, sodass die riesigen Marketing-Netzwerke großer Player zumindest in einigen Bereichen immer weniger gebraucht werden. Mancherorts wird sogar schon darüber spekuliert, ob künstliche Intelligenz klassisches A&R in Zukunft nicht vollends verdrängen wird

Auch interessant

Ähnliche Themen

Nischen statt Mainstream: Der Digitale Wandel führt zur Diversifizierung des Musikmarktes

Der Tod des Major-Labels?

Nischen statt Mainstream: Der Digitale Wandel führt zur Diversifizierung des Musikmarktes

veröffentlicht am 22.05.2019   1

Die Zukunft ist jetzt: Wie künstliche Intelligenz das Musikbusiness verändert

Future Music Camp 2019

Die Zukunft ist jetzt: Wie künstliche Intelligenz das Musikbusiness verändert

veröffentlicht am 09.05.2019

Träumen Musikerinnen und Musiker (noch immer) von Plattenverträgen?

Digital Sheep Disruption

Träumen Musikerinnen und Musiker (noch immer) von Plattenverträgen?

veröffentlicht am 11.04.2019   6

So gelingt euch euer DIY-Musikvideo: Von der Idee über den Dreh bis zur Veröffentlichung

No budget? No problem!

So gelingt euch euer DIY-Musikvideo: Von der Idee über den Dreh bis zur Veröffentlichung

veröffentlicht am 16.10.2018   14

DIY-Management bei Profis: Die Beispiele Wolfgang Niedecken und Tom Waits

Erfolgsfaktoren der Stars

DIY-Management bei Profis: Die Beispiele Wolfgang Niedecken und Tom Waits

veröffentlicht am 19.07.2018