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Hürden meistern

Diese nichtmusikalischen Skills bringen dich und deine Musik weiter

Tipps für Musiker und Bands von Konrad Ower
veröffentlicht am 14.06.2017

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Diese nichtmusikalischen Skills bringen dich und deine Musik weiter

Der Weg nach oben erfordert viele Talente und Mühen. © mihtiander / 123RF

Damit du dich mit deiner Kunst von der Masse abhebst, sind nicht nur viel Arbeit und Feinschliff nötig – vielmehr geht es auch um Fertigkeiten und Gewohnheiten, die nicht unbedingt etwas mit Songschreiben oder mit deiner Virtuosität am Instrument zu tun haben!

In so ziemlich jeder Stadt auf der Welt ackern sich Musiker und Produzenten tagtäglich ab, um ihre Kunst eines Tages einem möglichst großen Publikum vorstellen zu können. Doch heutzutage sind dieser Zeitaufwand sowie diese Hingabe leider auch "nur" das Selbstverständliche und lediglich weitere Puzzlestücke zum Erfolg – die Konkurrenz schläft nicht! Damit du bessere Karten hast, kommen die sogenannten "nichtmusikalischen Skills" ins Spiel.

Andernfalls bleibt deine Band auf ewig im muffigen Proberaum, statt die Bühnen der Welt zu erobern. Parallel dazu schlummern die allerfeinsten Tracks der Beatmaker weiterhin auf ihren Festplatten, anstatt die Menge in den Clubs und Festivalfloors zum Tanzen zu bringen. Und das wäre doch alles sehr schade, oder?

No Fun intended!

Vorweg sollte man anmerken, dass die Anwendung dieser nichtmusikalischen Skills nur in den wenigsten Fällen wirklich Spaß macht. Zum Großteil ist die Ausführung schlichtweg harte Arbeit.

Doch gewöhnt man sich an eine gewisse Regelmäßigkeit, verringert sich der Zeitaufwand insgesamt maßgeblich.

1. Leg dir einen Kalender zu und nutze ihn!

Am Ende des Tages ist deine Band oder dein Künstlerprofil wie ein Business. Es gibt immer etwas zu tun. Damit du nicht jeden Tag aufs Neue planlos bist oder im schlimmsten Fall irgendwelchen Deadlines hinterherhechelst bzw. sie gar verpasst, solltest du dir einen Überblick verschaffen.

→ Das funktioniert sehr gut mit einem Kalender. Klingt simpel, ist aber Gold wert!

Mittlerweile sind die digitalen Varianten für PCs, MACs sowie Mobiltelefone ziemlich einfach zu bedienen. Das Beste daran: Falls nötig, kannst du deine BandmitstreiterInnen dazu einladen, damit keiner hinterher behaupten kann, er oder sie hätte von nichts gewusst. Finde heraus, was gerade ansteht: Neue Probetermine vereinbaren, Songs fertigmachen, PR-Fototermine, mit Veranstaltern kommunizieren, Bandbus anmieten usw.…

Um eine Aussage von vorhin zu wiederholen: Es gibt immer etwas zu tun. Wenn man mehrere Bandmitglieder hat, kann man im Idealfall so auch die Aufgaben verteilen. Arbeitet die Dinge jeden Tag ein bisschen ab, dann steht man nicht am Ende vor einem schier unbezwingbaren Berg.

2. Sei ein gutes Beispiel – auch wenn es mal schlecht laufen sollte

Wie bei allen kreativen Tätigkeiten herrschen nicht immer Sonnenschein und gute Laune bei allen Beteiligten. Jeder Künstler bzw. jede Band hat mal ein Tief – ob aus künstlerischen oder alltäglichen Gründen.

→ Doch wie bei allen Lebensszenarien sollte man sich immer vor Augen führen: Das geht auch vorbei!

Damit du dich aus einem Stimmungsloch herausholen kannst, solltest du stets versuchen, ein gutes Vorbild zu sein. Auch dann, wenn man Einzelkämpfer ist. Gerade dann sollte man Menschen um sich herum selbstbewusst zeigen: "Ja, ich glaube an das, was ich gerade mache und deswegen solltet ihr mich auch weiterhin supporten!"

Denn warum sollten deine Freunde oder potentielle Fans zu deinem nächsten Konzert kommen, wenn du unmotiviert, lustlos wirkst und so agierst, als wärst du am liebsten woanders?

Gerade bei einer Band kann sich ein Motivationstief zu einer wahren Abwärtsspirale entwickeln, wenn es nicht zumindest ein Mitglied gibt, der eine Ansage macht. Sei dieses Mitglied und setze ein Beispiel – auch wenn es momentan nicht gut läuft!

3. Vernachlässige deine Social-Media-Präsenzen nicht!

Gerade durch die Demokratisierung des Homerecordings gibt es mittlerweile so viele Künstler da draußen, dass man sich als Vollzeitbandmusiker eigentlich nur durch eine eigens erarbeitete Fanbase eine Existenz sichern kann. Doch diese Fanbase baut sich nicht von alleine auf.

→ Daher solltest du die Kommunikation mit deinem Publikum zu jeder Zeit aufrechterhalten. Sie sind es, die zu deinen Konzerten kommen, ihr schwerverdientes Geld in deine Platten investieren und dich auch sonst unterstützen.

Es ist zugegebenermaßen heutzutage nicht einfach für Musiker. Gerade nicht-gesignte Künstler müssen Songs schreiben, proben, Promo betreiben, Leuten hinterhertelefonieren und auch touren. Viele Rollen davon würden im Idealfall von verschiedenen Menschen erledigt werden. Doch das alles auf den eigenen Schultern und dann soll man auch noch ein Instagram-Account betreiben und sich mit Snapchat, Twitter und Co. beschäftigen? Wie soll man da noch kreativ sein? Genau diese Gedanken haben auch alle anderen Bands auf der ganzen Welt.

→ Um das alles hinzubekommen, gilt es Strategien zu entwickeln. Hier kommen Kalender und Arbeitsteilung nochmal ins Spiel! So kann man Ressourcen sparen und vor allem die Nerven schonen!

Social Media ist eine Kunst für sich und jede Band oder jeder Künstler muss dabei seinen eigenen Kommunikationsstil finden – wie auch bei der Musik an sich. Und auch wenn im Moment nichts sensationell Neues passiert, muss man sein Publikum einfach wissen lassen, dass hinter den Kulissen Dinge passieren.

4. Respekt und gute Manieren – die Menschen werden sich daran erinnern

Das klingt total selbstverständlich? Das sehen leider nicht alle so! Nicht wenige Bands verschanzen sich im Backstage-Bereich oder verschwinden sofort nach der Show, ohne sich mit den Veranstaltern, Stagehands, Licht- oder Soundtechnikern zu unterhalten oder sich zu bedanken – auch wenn der Abend nicht ansatzweise ausverkauft war. Andere wiederum hinterlassen im Backstage-Bereich ein absolutes Chaos oder zeigen sich schnippisch oder unfreundlich. Das ist uncool und unprofessionell.

→ Auch wenn der Abend verschuldet oder unverschuldet kein Erfolg war, sollte man versuchen, keine verbrannte Erde zu hinterlassen. Gehe respektvoll mit den Leuten um, die ihren Job machen oder dir gar freiwillig zur Hand gehen. Unterhalte dich mit den anderen Künstlern und bleib im Kontakt.

So wird man dich in guter Erinnerung behalten und gegebenenfalls nochmal buchen oder weiterempfehlen. Ein gutes Netzwerk ist nur ein weiteres Puzzleteil zum Erfolg und abgesehen davon gehört es einfach zum guten Ton, Dankbarkeit und Respekt zu zeigen – sogar gegenüber Leuten, die vielleicht einfach nur einen schlechten Tag hatten.

5. Behalte die Finanzen immer im Blick

Es erwartet niemand von dir, dass du das Wissen eines BWL-Studiums parat haben musst, aber nichtsdestotrotz ist es definitiv nicht verkehrt, immer den Geldfluss im Blick zu haben. Proberaummiete, gemeinsame Neuanschaffungen, Bandbus anmieten, Spritkosten – all das gehört letztendlich auch dazu.

→ Am Besten ist es natürlich, ein eigenes Konto dafür anzulegen. Das dürfte auch nötig sein, wenn die eingegangenen Gagen steuerrelevant werden.

Im günstigsten Fall habt ihr eine Bookingagentur, die euch die Arbeit abnimmt, aber sollte das noch nicht der Fall sein, muss es immer wen geben, der Gagen aushandelt, sich mit Verträgen auskennt, Rechnungen schreibt und den Leuten natürlich hinterhertelefoniert, wenn die versprochene Gage nach zwei Monaten immer noch nicht auf dem Konto gutgeschrieben wurde.

Es ist absolut ok, sich nicht mit allem auszukennen und man sollte sich im Zweifel immer helfen lassen. Gerade bei rechtlichen Belangen sollte man alles von einem Anwalt durchchecken lassen! Das kostet zwar, kann dir oder euch auch aber im Fall der Fälle viel Ärger und Geld ersparen. Das Wissen, das man sich durch sorgfältige Lektüre aneignen kann, sollte man aber definitiv nicht auf die lange Bank schieben. Im Zweifel nimmt euch niemand die Arbeit ab.

→ Der Finanzaspekt ist unglaublich wichtig, es sei denn, ihr wollt eines Tages in die Extremsituation kommen, nicht zum Auftritt fahren zu können, weil das Bandkonto gnadenlos im Minus ist und niemand spontan das Geld für einen Mietbus und/oder den Sprit auslegen kann!

Welche Skills haben dir schon geholfen, die hier nicht genannt wurden?

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