×

Branchenverbände schlagen Alarm

Save the DJ: Immer mehr Diskotheken müssen in der Krise schließen

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 07.07.2020

coronakrise clubszene

Save the DJ: Immer mehr Diskotheken müssen in der Krise schließen

© Tim Mossholder via Pexels

Inmitten der Corona-Pandemie stehen Clubs und Diskotheken noch immer ohne Zukunftsperspektive dar. Branchenverbände kritisieren das Vorgehen der Bundesregierung, während bundesweit die ersten Clubs schließen müssen.

Der Berufsverband Discjockey (BVD) machte mit einer Demonstration in Berlin am 1. und 2. Juli 2020 unter dem Motto "Wir schaffen das so nicht!" auf die Situation der Veranstaltungsbranche aufmerksam. In einem Autokorso mit rund 1.000 teilnehmenden Wagen fuhr die Demonstration durch die Hauptstadt, angeführt von einem Anhänger des BVD in Form eines Sarges. 

Ein wichtiger Teil

Techniker, Ausstatter, Caterer, Künstler, Musiker, Schauspieler, Sicherheitsdienste, Messebauer, Veranstalter, DJs, Hochzeitsplaner und Verleiher – all die verschiedenen Teilnlehmerinnen und Teilnehmer der Demo trugen so die Veranstaltungsbranche symbolisch zu Grabe. 

Denn ohne weitere Hilfsperspektiven und konkrete Perspektiven zur Wiederöffnung geht es laut BDV nicht weiter. Für Dirk Wöller, Präsident des BVD, steht fest, dass es sich bei der Branche nicht nur um eine "Spaßbranche" handelt, sondern dass diese ein wichtiger Teil der Gesellschaft, der Wirtschaft und des sozialen Lebens ist: 

"Wir verhindern, dass Menschen durchdrehen und sorgen für Veranstaltungen, die gut geplant und unter allen Voraussetzung durchgeführt werden können."

Immer mehr Schließungen

Wie es um die Branche steht, zeigen die zunehmenden, bundesweiten Schließungen von Clubs und Diskotheken. Kurz vor der BVD-Demonstration gab die Heidelberger halle02 bekannt, aus wirtschaftlichen Gründen zukünftig keine Kulturevents mehr durchführen zu können. Auch das Kölner Roxy kündigte vorzeitig seinen Mietvertrag

Der Mannheimer Club Baton Rouge muss aufgrund des "kompletten Umsatzausfalls und der Ungewissheit, wie lang die derzeitige Situation andauern wird", schließen. Gleiches gilt für die "Garage" in Lüneburg, die "Kajüte" in Binsfeld bei Trier oder das "Next" in Ahaus: In sämtlichen Fällen können die Betreiber/innen die bestehenden Fixkosten aufgrund der Einnahmeverlusten und trotz der Soforthilfen nicht mehr tragen.

Anerkennung gefordert

Der Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe (BDT) kämpft weiterhin auch für die Anerkennung der wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung der Branche gerade in Krisenzeiten und schießt dabei insbesondere gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. 

Söder hatte gegenüber der Presse angegeben, dass die Personen, denen der Aufenthalt in Clubs und Diskotheken fehlt, ja "Zuhause mit ihrer Partnerin tanzen" können – ein Statement, dass in der Branche für einige Irritation sorgte. Dazu BDT-Präsident Hans-Bernd Pikkemaat:

"Die Verzweiflung wächst von Tag zu Tag. Tausende Betriebe wissen nicht, wie sie durch die Krise kommen können. In dieser Ausnahmesituation stoßen die Einschätzungen von Herrn Söder und das Verneinen jedweder Öffnungsperspektive bei den Clubs und Diskotheken auf absolutes Unverständnis."

Auch interessant

Locations

halle02

halle02

Zollhofgarten 2, 69115 Heidelberg

Baton Rouge

Baton Rouge

O7, 17, 68161 Mannheim

Disko Garage

Disko Garage

Auf der Hude 74, 21339 Lüneburg

next-ahaus

next-ahaus

Bahnhofstraße 10, 48683 Ahaus

Ähnliche Themen

Bundesverband Veranstaltungssicherheit formuliert Forderungen an die Politik

Dialog auf allen Ebenen

Bundesverband Veranstaltungssicherheit formuliert Forderungen an die Politik

veröffentlicht am 13.07.2020

Konjunkturpaket: Bund startet Online-Antragsplattform für Überbrückungshilfen

Fokus auf die besonders betroffenen Branchen

Konjunkturpaket: Bund startet Online-Antragsplattform für Überbrückungshilfen

veröffentlicht am 10.07.2020   1

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!