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Grundlagenforschung mit dem RKI

Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen: Deutscher Musikrat wendet sich an Luft- und Raumfahrtzentrum

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 03.06.2020

coronakrise deutscher musikrat

Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen: Deutscher Musikrat wendet sich an Luft- und Raumfahrtzentrum

© Sourav Mishra via Pexels

Der Deutsche Musikrat fordert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf, gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) Corona-Grundlagenforschung zur Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen zu betreiben.

Während Flugzeuge wieder vollbesetzt abheben dürfen, ist die wirtschaftlich praktikable Wiedereröffnung von Veranstaltungsräumen noch nicht in Sicht – und das, obwohl auch bei Flugzeugen noch nicht geklärt ist, wie hoch die Ansteckungsgefahr an Board letztlich ist. 

Wirtschaftliche Gründe

Der Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Prof. Christian Höppner, fordert daher das DLR auf, gemeinsam mit dem RKI federführend Corona-Grundlagenforschung zur Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen zu betreiben und zur Verfügung zu stellen:

"Die Entscheidung, Flugzeuge wieder vollbesetzt starten zu lassen, ist wirtschaftlich begründet. Der Flugbetrieb lohnt sich nur mit voll besetzten Reihen, ebenso wie der Kulturbetrieb, der ein erheblicher Wirtschaftsfaktor in Deutschland ist. Was für Flugzeug und Bahn gilt, muss auch für Konzertsäle gelten."

Ein Hoffnungsschimmer?

Sollte sich die Annahme der Luftfahrtindustrie bewahrheiten und Fliegen aufgrund guter Belüftung durch Hochleistungspartikelfilter unkritisch sein, ist dies laut Höppner auch auch eine gute Nachricht für Veranstaltungsräume mit geräuschminimierer Klimaanlage.

Auch gezielte Investitionen in solche Anlagen stelle dann eine Möglichkeit dar, Spielstätten wieder eröffnen zu können. Doch hierfür würden gezielte Erkenntnisse benötigt. So Höppner weiter: 

"Jetzt ist Kooperation gefragt, um grundlegendes Wissen – etwa zur Rolle von Luftströmen und -filtern in Bezug auf Corona-Ansteckungen – zu bündeln und zu teilen. Ein solches Wissensbündnis würde dazu beitragen, dass nicht nur das Transportwesen, sondern auch andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie der Konzertbetrieb womöglich schneller wieder hochfahren können."

Der Lockdown und die Folgen

Trotz der Lockerung in den meisten Branchen leidet die Live-Industrie noch immer stark unter den Auswirkungen der Coronakrise: Aufgrund beschlossener Abstandsregelungen können Konzerthäuser maximal ein Viertel ihrer Publikumsplätze besetzen – womit kein wirtschaftlich sinnvoller Konzertbetrieb möglich ist und die künstlerische Freiheit der Programmgestaltung eingeschränkt wird.

Kleinere Venues können unter diesen Bedingungen überhaupt nicht öffnen, da sie nicht über die Rücklagen bzw. Förderungen großer Konzert- oder Opernhäuser verfügen. Privatwirtschaftliche Clubs und Spielstätten befürchten eine Insolvenzwelle; der Colos-Saal in Aschaffenburg hat den Betrieb aufgrund mangelnder Planungssicherheit vorerst eingestellt und das Roxy in Köln seinen Mietvertrag vorzeitig beendet

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