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Musik als Ware?

Spotify-CEO Daniel Ek: "Es reicht nicht mehr, alle drei bis vier Jahre Musik zu veröffentlichen"

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 04.08.2020

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Spotify-CEO Daniel Ek: "Es reicht nicht mehr, alle drei bis vier Jahre Musik zu veröffentlichen"

Spotify-Gründer Daniel Ek beim Investor Day im März 2018. © Spotify

Spotify-CEO Daniel Ek bringt mit seinen Aussagen in einem aktuellen Interview Musikerinnen und Musikerinnen gegen sich auf: Laut dem Gründer der Streaming-Plattform liegt es an den Musiker/innen selbst, wenn diese zu wenig verdienen.

In dem Interview, das der Musikwirtschafts-Blog Music Ally mit Daniel Ek führte, gibt dieser an, dass es in der aktuellen Musiklandschaft nicht mehr reiche, "nur" alle drei bis vier Jahre Musik zu veröffentlichen. 

Ek äußert die Vermutung, dass die Musiker/innen, die nicht genug Geld mit dem Streaming verdienen, jene seien, die diesem "alten Modell" anhingen. Die Künstler/innen, die heute populär seien, haben laut Ek hingegen verstanden, die Streaming-Landschaft für sich zu nutzen:

"Die Künstler/innen, die es heute schaffen, wissen, dass es auf das kontinuierliche Engagement mit ihrer Fanbase ankommt. Es geht darum, sich zu beweisen; um Storytelling, das das Album begleitet, und um einen dauernden Dialog mit den Fans."

Es geht ums Geld

Ek greift damit die nicht abreißende Kritik am Auszahlungsmodell Spotifys auf: Trotz der anhaltenden Popularität der Plattform können insbesondere viele Berufsmusiker/innen wie etwa die Cellistin Zoe Keating aufgrund der geringen Ausschüttungen nicht von ihren Streaming-Einnahmen leben

Auch im Zuge der eigens für Künstler/innen in der Corona eingesetzten Hilfsprogramme – darunter auch der viel kritisierte Spenden-Button – änderte sich die Höhe der Auszahlungen nicht. Spotify liegt hinsichtlich der Auszahlungen pro Stream mit durchschnittlich 0,0040€ noch immer deutlich unter dem Durchschnitt:

Die Grafik zeigt die Anzahl der Streams, die Musiker auf Streaming-Plattform benötigen, um einen Euro zu verdienen

Die Grafik zeigt die Anzahl der Streams, die Musiker auf Streaming-Plattform benötigen, um einen Euro zu verdienen, © Statista (https://de.statista.com/infografik/20941/anzahl-der-noetigen-streams-fuer-einen-musikerverdienst-von-einem-euro/)

Lautstarke Kritik

Künstler/innen kritisierten – wenig verwunderlich – Daniel Eks Aussagen auf Twitter scharf. David Crosby (Crosby, Stills and Nash) bezeichnete Ek als "nerviges, gieriges Stück Scheiße", während Dee Snider (Twisted Sister) schlicht "Fuck him!" schreibt:

Auch Mike Portnoy (Dream Theater) findet klare Worte gegen den Spotify-CEO:

Zola Jesus drückt in erster Linie ihre Angst davor aus, dass Musik zu einer Ware verkommt, und unterstellt Ek, kein Verständnis für Kunst zu besitzen: 

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