×

Tourleben in Gefahr

Label-Gruppe Beggars Group warnt vor den Folgen des Brexit, insbesondere für Indies

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 02.08.2018

beggars group bpi brexit urheberrecht tourplanung diy booking merchandise musikbusiness musikmarkt

Label-Gruppe Beggars Group warnt vor den Folgen des Brexit, insbesondere für Indies

© freestocks.org

Der Label-Zusammenschluss Beggars Group warnt vor den Folgen, die der Brexit auf die britische Musikindustrie haben könnte, insbesondere auf Indie-Labels, -künstlerinnen und -künstler.

Die Beggars Group vereint namhafte Independent-Labels wie etwa Rough Trade, Matador oder 4AD. In einem Statement gegenüber dem London Evening Standard gibt sich der Leiter der Gruppe besorgt über den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union, den sogenannten Brexit.

Not On Tour

Befürchtet werden Einschränkungen der freien Reise innerhalb der EU. Für Künstler und Künstlerinnen könnte so das Touren innerhalb Europas – bisher ein wichtiger Weg, die Popularität zu steigern – signifikant erschwert werden. Gerade auch für Independent-Künstler, die ein geringeres Budget zur Verfügung haben als große "Stars".

Weiterhin ist man besorgt über eventuelle Zölle und Abgaben sowie die Besteuerung von Tantiemen. Von diesen könnte beispielsweise der Merchandise- bzw. Tonträger-Verkauf via Mailorder betroffen sein, der wiederum gerade für unbekanntere Künstler, die ihr Merch eventuell komplett selbst vertreiben, eine wichtige Einnahmequelle darstellt. 

Laut dem Leiter von Beggars sind Einnahmen aus der EU ein bedeutsames Element des britischen Musikgeschäftes. Der Brexit könne das Wachstum stark eindämmen.

Unklare Rechtssicherheit

Weiterhin sieht die Beggars Group die Verwaltung von Urheber- und Nutzungsrechten gefährdet:

"Wir schätzen die Effizienz der europäischen Regulatorien hinsichtlich der Verwendung geistigen Eigentums, gerade auch gegenüber einflussreichen amerikanischen Technik-Konzernen. Wir sind besorgt darüber, dass noch starke Unsicherheit darüber herrscht, wie nach dem Brexit die EU-Direktiven umgesetzt werden können, mit deren Hilfe wir derzeit geistiges Eigentum wirkungsvoll schützen."

Der CEO der British Phonographic Industry (BPI), Geoff Taylor, forderte bereits früher in diesem Jahr von der Regierung, dass diese sicherstellen muss, dass Musiker und Musikerinnen auch nach dem Brexit weiterhin frei touren können. Auch solle eine Online-Umgebung geschaffen werden, die Konsumenten Sicherheit bietet und das Wachstum illegaler Seiten eindämmt.

Ähnliche Themen

Touring all over the world, Teil 1: Die Giglandschaft in Deutschland und Europa

Wo die alternative Live-Musik pulsiert und funktioniert

Touring all over the world, Teil 1: Die Giglandschaft in Deutschland und Europa

veröffentlicht am 20.07.2018   2

EU-Parlament stimmt mit knapper Mehrheit gegen die EU-Urheberrechtsreform

Nein zum "Uploadfilter"

EU-Parlament stimmt mit knapper Mehrheit gegen die EU-Urheberrechtsreform

veröffentlicht am 05.07.2018

Dein Merchandise: Was du beim Kauf und Vertrieb eurer Bandklamotte beachten solltest

Wichtiger Teil eurer Außenwirkung

Dein Merchandise: Was du beim Kauf und Vertrieb eurer Bandklamotte beachten solltest

veröffentlicht am 19.10.2017   2

Reality Check: Indie-Strukturen, DIY und die Bands der Mittelschicht

Zwischen Noob und Pro, Teil 1

Reality Check: Indie-Strukturen, DIY und die Bands der Mittelschicht

veröffentlicht am 12.07.2017   28