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Und wie lauten eure Tipps?

Vom Kleinvieh zum Spendentopf: 10 Wege, über die etwas Geld in eure Bandkasse kommt

Tipps für Musiker und Bands von Markus Biedermann
veröffentlicht am 17.10.2014

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Vom Kleinvieh zum Spendentopf: 10 Wege, über die etwas Geld in eure Bandkasse kommt

Dieser Musiker war wohl zu lange dem sprichwörtlichen Hungerlohn ausgesetzt…. © thomaseder / 123RF Stockfoto

Das Wehklagen ist laut, aber es stimmt ja auch: Mit der Musik Geld zu verdienen ist keine leichte Aufgabe. Aber welche Möglichkeiten dafür gibt es überhaupt?

Wer das Musikmachen mit Ambitionen verfolgt wird sich im Laufe seiner Karriere mehrfach über den ein oder anderen Hungerlohn aufregen müssen. Ein schlecht bezahlter Gig hier, eine "verschenkte" Promo-CD da – gerade am Anfang der Karriere ist man sowieso erstmal Investor in eigener Sache.

Wenn man's mit der Professionalisierung ernst meint muss man sich nach und nach jene Quellen erschließen, die etwas Geld abwerfen. Bestenfalls ist das ein gesunder Mix, der zur eigenen Musik, den eigenen Überzeugungen und schließlich auch dem eigenen Zielpublikum passt.

Vom Kleinvieh zum Spendentopf

Im Folgenden haben wir einige dieser Möglichkeiten zusammengefasst. Aber nicht zuletzt würden wir gerne Tipps aus eurem Erfahrungsschatz hören: Was tust du, um dir den Traum vom ausreichenden Einkommen durch Musik zu erfüllen? Ist das überhaupt noch möglich? Auf welche Probleme bist du bereits gestoßen?

1. Musikverkauf

Das Verkaufen der eigenen Musik ist und bleibt sicher der erste Gedanke bei der Beantwortung der Frage, wie der eigene Output monetarisiert werden kann. Mit Ausnahme der (von einem immens niedrigen Niveau kommenden) Vinyl-Verkäufe ist hier in der Gesamtbranche jedoch ein Abwärtstrend festzustellen. Sowohl das Geschäft mit CDs als auch mit den viel jüngeren Digitaldownloads lässt nach…

2. Streaming

…, was auch mit dem immer populärer werdenden Streaming zusammenhängt. Teilweise begrüßt, teilweise komplett verschmäht, so oder so muss man zur Kenntnis nehmen, dass sich das Konsumverhalten immer weiter wandelt. Ob Streaming für den einzelnen Künstler eine sinnvolle Chance ist oder nicht, das entscheidet sich nicht zuletzt auch an einer klaren Trennlinie: Dem Bekanntheitsgrad des Acts oder der Band. Topstars sind unter Umständen in der Position, auf die nach wie vor vergleichsweise geringen Einnahmemöglichkeiten durch Streaming zu verzichten und sich Alternativen zu suchen (berühmtes Beispiel: Radiohead). Aber gerade Newcomer dürfen nicht vergessen, dass es für sie immer auch darum geht, erstmal Aufmerksamkeit für sich zu generieren. Und dafür muss man auffindbar, also präsent sein.

Hinweis: Mit unserem Partner iMusician gelangt deine Musik in über 200 Downloadshops und zu den Streaminganbietern. Alle Infos dazu hier.

3. Live spielen

Booken und spielen oder selbst organisieren und spielen: Auch wenn alles was hiermit zusammenhängt zum härtesten Teil des Geschäfts insbesondere für Anfänger gehört, so bleiben Konzerte doch alles in allem eine wichtige Einnahmequelle. Für gestandene Größen des Showbiz umso mehr, wenn Tickets wie warme Semmeln innerhalb von Sekunden über den digitalen Tresen gehen. Natürlich verläuft auch hier eine ganz feine – und auf Backstage PRO intensiv diskutierte – Trennlinie zwischen der Frage, wieviel Geld man eigentlich verlangen muss und wieviel man von sich, zum Beispiel für einen erhofften Promo-Gegenwert, für lau weg gibt. Hier muss jeder für sich seine Linie finden und bereit sein, diese in Verhandlungen zu verteidigen. Nicht vergessen: Immer mal wieder ins Gegenüber hinein versetzen. Vielleicht findet sich im Gespräch eine Lösung für so manchen Konflikt, von dem am Ende alle Seiten profitieren können.

Tipp: Nutzt den Locationguide und den Booking-Bereich bei Backstage PRO für eure Live-Planungen.

4. Merchandise

Das Einkommen durch Merchandise, der aus greifbaren Produkten wie Shirts, , Buttons, Stickern und Co. besteht, hängt unter anderem von der Anzahl eurer Gigs ab. Ein entsprechender Shop auf der Webseite ist alles andere als ein Fehler, aber "draußen" trefft ihr euer Publikum nah und direkt, könnt euch am Stand persönlich zeigen, reden und natürlich: verkaufen! Neben den €, die darüber in die Kasse kommen, hat ein guter Merch zwei weitere Vorteile: Erstens bindet es bestehende Fans noch näher an den Künstler und zweitens erhöht sich der Bekanntheitsgrad, weil andere durch die Buttons und Co. aufmerksam werden. Eine ganze Reihe Tipps zum Thema Merchandise hat Christian Ruhm für euch aufgeschrieben.

5. Crowdfunding

Beim Crowdfunding erhaltet ihr von euren Supporten, meistens Familie, Freunde und Fans, einen riesigen Vertrauensvorschuss. Gemeinsam mit ihnen stemmt ihr die Vorfinanzierung eines bestimmten Projekts, beispielsweise die Produktion eines neuen Albums. Dieses Modell gewinnt weiter zunehmend an Bedeutung, folgt aber natürlich seinen eigenen Gesetzen. Einen Einstieg ins Thema bietet euch dieser Beitrag im artistguide. Einer unserer Autoren arbeitet bereits an einem weiteren Text über die wichtigsten Dinge, die ihr bei eurer Crowdfunding-Kampagne beachten solltet. Bleibt also am Ball, zum Beispiel über den Backstage PRO-Newsletter!

6. Sponsoring

Mäzenatentum ist seit jeher wichtig für Kulturprojekte. Auf gänzlich altruistische Förderer wird man heute als Band jedoch eher selten stoßen, aber Sponsoring kann eine Option sein. Die Bandbreite ist groß: Vom einmaligen Geldbetrag über den Endorsement-Deal bis zur langfristigen Zusammenarbeit mit einem Unternehmen reicht die Palette der Möglichkeiten. Aber ihr solltet erst zwei Fragen für euch selbst beantworten: 1. Wer kommt überhaupt in Frage, mit wem also würdet ihr gerne zusammenarbeiten wollen und warum? 2. Was habt ihr dem möglichen Partner anzubieten (Bannerpräsenz auf Gigs, exklusives Jingle, eventuell sogar ein exklusives Video…)?

7. Rechteverwertung und Lizenzierung

Mit zu den komplexesten Themen im Musikbusiness zählt alles rund um Rechte, Verträge und Lizenzen. Nicht umsonst gibt es Anwälte, die sich auf das Thema "Musikrecht" spezialisiert haben (Übersicht über die wichtigsten Verträge für Musiker). So unüberschaubar das Ganze am Anfang erscheinen mag, so unermesslich wichtig ist es, zumindest die Basismaterie zu beherrschen – und im Zweifel zu wissen, an wen man sich bei Fragen und Problemen wenden kann, bevor das Kind in den Brunnen fällt. Schließlich ist die Vielfalt der wahrzunehmenden Rechte extrem vielfältig: Aufführung (Radio, TV, Live), Mechanische Vervielfältigung, Synchronisation (Werbung, Film), Digitales Broadcasting (in den USA groß diskutiert: Das Webradio Pandora) und mehr… In Deutschland decken die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) und GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH) schon einiges davon ab.

Die wesentlichen Basisinfos dazu findet ihr bei Backstage PRO. Zudem wächst mit der C3S langsam auch eine Alternative heran. Ganz ähnlich gelagert ist der komplette Bereich möglicher Lizenzierungsmodelle eurer Musik, wenn ein Interessent eure Musik für ein ganz bestimmtes Projekt nutzen (im weitesten Sinne "einkaufen") will.

8. Auftragsarbeiten

Studio-Einspielungen, Songwriting, Texten, Arrangieren, … wo liegen deine Talente und welche können anderen nützlich sein? Einer deiner Texte passt partout nicht zu deiner aktuellen Band? Warum wegwerfen, wenn er für andere vielleicht genau richtig ist? Um mit solchen Einnahmemöglichkeiten einen Stich zu machen ist es natürlich unabdinglich, dass man sich im Laufe der Zeit die entsprechenden Kontakte aufbaut.

9. Unterricht

Praktisch jeder Profi gibt auch Unterricht, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Wenn du also nicht nur gut an deinem Instrument bist sondern es auch draufhast, die entsprechenden Skills an andere zu vermitteln, dann überlege, ob es für dich auch in Frage kommt Unterricht zu geben. Als Alleinkämpfer ist auch das schwer, aber vielleicht sucht die lokale Musikschule aktuell noch Dozenten?…

10. Spendentopf

Der Hut bei Gigs. Das offene Case bei der Straßenmusik. Die spontane, sich auswachsende Session für spontane Gäste am Rande des Dorffestes oder am Urlaubsstrand. Erst wer ihn stets mitdenkt findet immer Möglichkeiten, wo der Spendentopf sinnvoll platziert ist. Manchmal muss man sich einfach nur trauen.

Tipp: Bastelt einen individuellen Spendentopf, nehmt also nicht irgendeinen Hut oder die nächstbeste oben aufgeschlitzte Schuhschachtel. Lasst euch auch hier was einfallen. Mit dem richtigen Design und dem richtigen Spruch erhöht man die Bereitschaft der Leute, etwas zu geben.

Eure Tipps!?

Liebe Backstage PRO-Community, wir können eigentlich nur vorlegen. Jetzt seid ihr dran mit weiteren Tipps hier in den Kommentaren!

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